Deutliche höhere Belastung durch eine neue Gebührenordnung

Rundfunkgebühren: Reform klingt übel für Unternehmen

Schwalm-Eder. Die geplante Reform der Rundfunkgebühren lässt bei Firmenchefs die Ohren klingeln. Auf die Betriebe kämen erhebliche Mehrkosten zu, klagt etwa die Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder.

Eine Bäckerei mit beispielsweise 20 Beschäftigten, vier Filialen und vier Fahrzeugen müsste künftig 647 Euro jährlich zahlen. Bisher waren es 276 Euro.

Aus Sicht der Handwerker ist die vorliegende Gebührenordnung mittelstandsfeindlich. Sie belaste besonders kleine und mittlere Betriebe, erklärte Kreishandwerksmeister Frank Dittmar. Ärgerlich: In dem neuen Modell werde nicht wie bisher nach der Zahl der Geräte abgerechnet, sondern in die Berechnung würden auch die Zahl der Beschäftigten, die Filialen und die Fahrzeuge einbezogen. Dittmar: „Sogar Firmenfahrzeuge ohne Radio werden mitgezählt.“

Je nach der Betriebsstruktur könnte die neue Rundfunkgebühr erhebliche zusätzliche Belastungen bedeuten, erklärte auch Andreas Fischer, der Leiter des Service-Zentrums der IHK im Schwalm-Eder-Kreis. Mit Kostensteigerungen rechnet er beispielsweise für Hotels.

Eine Rundfunkgebühr, die nach Mitarbeiterzahl pro Betriebsstätte errechnet werde, führe zu der ungerechten Situation, dass gleich große Unternehmen je nach der Zahl ihrer Betriebsstätten und Filialen künftig unterschiedlich viel bezahlen müssten.

Nach Berechnungen der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder müssen sich die Betriebe auf eine Erhöhung von durchschnittlich 30 Prozent einstellen. In manchen Branchen, wie im Bäcker- und im Fleischerhandwerk, würden Extremfälle erwartet, sagte Dittmar.

Die neue Gebührenordnung trifft übrigens nicht nur die Unternehmen. Auch alle Privathaushalte sollen künftig zahlen, unabhängig davon, ob sie ein TV- oder Radiogerät besitzen.

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Quelle: HNA

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