Gilserberger Heimatkalender: Geschichtlicher Arbeitskreis präsentierte 15. Auflage

Rutsch in die Geschichte

Schulkinder wollen zum Wintersport: Mit Lehrer Walter Schnorr ging es für die Sebbeteröder regelmäßig auf Skiern und Schlitten in das schneebedeckte Hochland. Foto: Privat/nh

Gilserberg. 22 Menschen vertiefen sich regelmäßig in die Historie des Hochlands: Das Ergebnis ist in einer ansprechenden Fotoauswahl im jährlich aufgelegten im Gilserberger Heimatkalender zu bestaunen. Der heimatgeschichtliche Arbeitskreis stellte am Mittwochabend im Gilserberger Infozentrum vor Mitgliedern und Gästen die 15. Auflage des Kalenders vor.

„Sie bringen auf vorbildliche Weise die Vergangenheit in die Gegenwart“, lobte Bürgermeister Lothar Vestweber das Engagement. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Dr. Jochen Führer verdeutlichte: „Wir wollen Geschichte nicht nur der jüngeren Generation vermitteln, sondern sie auch so dokumentieren, dass sie erhalten bleibt.“

Über 80 Namen ermittelt

Hinter jeder historischen Aufnahme steckt eine Menge Arbeit: Das Titelbild aus dem Jahr 1931 zeigt die 90 Kinder der Gilserberger Volksschule. In mühsamer Recherche hat Hans Siesenop das Bild beschriftet, die Namen von über 80 Kindern ermittelt. Gelungen ist ihm das im Gespräch mit Annemarie Habermann, die selbst auf dem Foto zu sehen ist. Szenen des Alltags künden vom Leben im Hochland: So war Heinrich Fenner 1940 für den Schneeräumdienst verantwortlich. Den aus Holz gefertigten Pflug zog ein Lanz-Bulldog, Baujahr 1930. Bezeichnend ist auch das Foto, das die Bellnhäuser Bäuerin Elisabeth Gipper beim Füttern der Schweine zeigt. Im Ortsteil Itzenhain sorgte Anfang der 1060er-Jahre eine Großübung der Bundeswehr für Wirbel und Verwüstung. „54 Panzer fuhren durch den Ort. Beim Fahren durch eine Kurve, erwischte einer der Panzer eine Fensterecke mit dem Kanonenrohr“, erklärte Arbeitskreismitglied Anita Schneider. Nach dem Vorfall habe es den Befehl gegeben, dass die Rohre nicht mehr in Fahrtrichtung stehen dürften.

Im Anschluss an die Präsentation gab Dr. Joachim Klug einen Einblick in das neue Luftbildarchiv: Der Verein hat 200 Aufnahmen aus allen Ortsteilen angekauft und sich zum Ziel gesetzt, ein Archiv zu erstellen. „Wir haben uns viel Arbeit eingebrockt“, sagte der Arzt. Da Luftbilder schwierig zu beschreiben sind, hat Klug gemeinsam mit Adolf Otto aus Sebbeterode eine Idee der Beschriftung entwickelt. Zu jedem Foto – alle stammen aus den 1950er-Jahren – gibt es eine grafische Darstellung, auf der die Häuser nummeriert werden. Mit Hilfe der Gilserberger sollen die Höfe und Gebäude dann den entsprechenden Familien zugeordnet werden.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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