Uwe Rose unterrichtete zwei Jahre lang an einer Fremdsprachenschule in Shanghai

Die Sache mit der Sprache

Ein Lächeln aus dem Reich der Mitte: Uwe Rose mit seiner chinesischen Schulklasse. Fotos: Privat

Homberg/Shanghai. Es muss das Gen des Weltenbummlers oder der unersättliche Drang nach neuem Wissen sein, der Uwe Rose, Deutsch- und Ethiklehrer an der Theodor-Heuss-Schule (THS) in Homberg, immer wieder in die Welt hinaus treibt. Als sich ihm die Möglichkeit bot, für ein Jahr als Lehrer an eine Schule in Shanghai zu gehen, wollte er sie sich nicht entgehen lassen.

Das alles ist nun zwei Jahre her. Uwe Rose ist wieder zuhause, doch sein Aufenthalt in China blieb nicht ohne Folgen: Ende September erwartet die Theodor-Heuss-Schule die ersten Austauschschüler aus Shanghai, die das Land und die Kultur des Mannes kennen lernen wollen, der sie zwei Jahre lang in Deutsch unterrichtete.

Ein Taifun zu Schulbeginn

Mitte August 2010 hatte der 37-jährige Deutschland Richtung Fernost verlassen. Zu Beginn seiner Zeit in der 26-Millionen-Metropole standen überwältigende Eindrücke und sprachliche Schwierigkeiten. Schnell merkte der Homberger, dass ihm sein vorab absolvierter Chinesisch-Sprachkurs keine große Hilfe war. Nicht zuletzt, weil man in Shanghai üblicherweise nicht Hochchinesisch, sondern einen Shanghai-Dialekt spricht.

Von einer Taifun-Warnung erfuhr er zum Beispiel nur, weil an seinem ersten Arbeitstag in der Pudong-Fremdsprachenschule keine Menschenseele aufzufinden war. Alle öffentlichen Gebäude wurden wegen des Taifuns geschlossen. „Ich habe dann beschlossen, privaten Chinesischunterricht zu nehmen, aber selbst nach zwei Jahren kann ich nur das Nötigste sagen“, erzählt der Lehrer und muss lachen.

Gespräche auf Deutsch

In der Schule unterhielt er sich mit den Kollegen auf Englisch oder Deutsch, genau wie mit seinen Schülern. Diese beschreibt Rose als sehr interessiert, neugierig und wissensdurstig; ihren Schulalltag – der gute 13 Stunden lang dauern kann – als anstrengend und sehr lernintensiv. Überhaupt sei die Lernkultur in China eine völlig andere. „Darin lag für mich aber auch der Reiz“, erklärt Rose.

Selbst das Wochenende verbringen die meisten Schüler damit, in ungezählten Nachhilfestunden den Schulstoff aufzuarbeiten. „Schließlich entscheidet der Lernerfolg über den späteren sozialen Aufstieg,“ ergänzt der Lehrer.

Die harte Arbeit mit den Schülern und das gemeinsame Erreichen eines Ziels in Form des Deutschen Sprachdiploms, gehört für Rose deshalb zu den schönsten Erfahrungen seiner Zeit in Shanghai.

Bis er sich jedoch auch in der Stadt und im Land richtig wohlfühlte, dauerte es einige Zeit. Besonders mit der chinesischen Küche hatte der Homberger im 8600 Kilometer entfernten Land seine Schwierigkeiten. „Zum Glück fand ich eine Bäckerei, bei der ich deutsches Brot kaufen konnte.“

Trotz anfänglicher Hürden verlängerte der 37-Jährige seinen Aufenthalt in Shanghai nach zwölf Monaten um ein weiteres Jahr. „Es gab noch so viel zu sehen, zu lernen, zu erleben.“

Von Christina Burrack

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare