Im Gasterfelder Holz konnte man sich am Samstag seinen Lametta-Träger fürs Weihnachtsfest selbst besorgen

Mit der Säge zum Wunschbaum

Die Blößers schlagen ihre Bäume traditionell selbst: Celina Blößer (zwölf Jahre, links), Davina Blößer (16 Jahre), Hund Kenzei und Ilona Blößer. Fotos:  Uminski

Wolfhagen. Im Gasterfelder Holz konnten Besucher am Samstag ihren eigenen Weihnachtsbaum fällen. Neben der beliebten Nordmanntanne warteten auch Blaufichten auf die Gäste.

Nur mühevoll kämpft sich die stumpfe Säge durch den dicken Stamm. Die 16-jährige Davina Blößer bearbeitet mit vollem Einsatz eine über drei Meter hohe Nordmanntanne. Schön dicht und saftig grün. Auch ihre Mutter Ilona und ihre zwölfjährige Schwester Celina versuchen ihr Glück. Doch erst als ein netter Helfer mit seiner scharfen Säge Unterstützung anbietet, kann die Tanne endlich zu Fall gebracht werden.

„Das Selbstschlagen von Tannenbäumen wird wieder gut angenommen“, sagt Bundesförster Uwe Nord. Die Vorteile einer frischen Tanne liegen für Uwe Nord klar auf der Hand. „Die nadeln nicht so schnell und halten bis Ostern, wenn sie regelmäßig Wasser bekommen.“

Gefällt werden Tannenbäume erst ab einer Größe von 1,50 Meter. Auf der einen halben Hektar großen Fläche warten dieses Jahr gut 150 Nadelbäume auf ihre neuen Besitzer. Da nicht alle Tannen abgeholzt wurden, können laut Bundesförster Uwe Nord auch zur nächsten Weihnacht Nadelbäume im Gasterfelder Holz geschlagen werden.

Seit 16 Jahren ist es bei Familie Blößer Tradition, ihren Weihnachtsbaum selbst abzusägen. „Es gibt keinen perfekten Weihnachtsbaum“, sagt Ilona Blößer. „Jeder hat eine Ecke – wie das Leben auch.“ Die Wahl ihrer zwei Töchter fällt auf eine üppige und saftig grüne Nordmanntanne. „Es macht einfach Spaß.“ Und es gebe nie Streitigkeiten bei der Tannenwahl, so die zweifache Mutter. Probleme gab es höchstens mit der Größe. „Wir hatten mal eine etwas sehr große Tanne ausgewählt, die wir halb absägen mussten.“

„Der Baum sollte nicht zu wuchtig sein, damit man noch etwas reinhängen kann.“

Auch für Uwe Nord gibt es nicht die perfekte Tanne. Dennoch sollte sie eine bestimmte Funktion erfüllen. „Als die Kinder noch zu Hause waren, musst es eine stachelige Blaufichte sein, damit sie nicht dran zogen.“ Heute sorgt eine schöne dichte Nordmanntanne für das weihnachtliche Ambiente bei den Nords. „Das ist auch im Moment die Mode-Tanne.“

Etwas unschlüssig sucht Familie Lentge aus Wolfhagen noch nach einer geeigneten Tanne. Doch der fünfjährige Jannik hat schon eine Wahl getroffen. Es wird eine kleine Nordmanntanne. „Der Baum sollte nicht zu wuchtig sein, damit man noch etwas reinhängen kann“, sagt Tanja Lentge. Es ist der erste Ausflug dieser Art und soll vor allem dem Sohn Spaß machen.

„Für den Kleinen ist das schön und ganz anders, als wenn man eine Tanne einfach so kauft.“ Auch Opa Bernd Lentge hat sich auf die Suche nach seiner Tanne gemacht. Dabei ist die Entscheidung bei einer so großen Auswahl nicht leicht. „Sie soll wie gemalt aussehen“, sagt Bernd Lentge. „Und sie sollte nicht zu dicht sein“ damit der Schmuck schön baumeln kann.

Quelle: HNA

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