Petra Bellon und Yvonne Hohmann verwalten das Habichtswalder Fundbüro

Sakko sucht Eigentümer

Habichtswald. Ein Blutzuckergerät, herrenlos. Das war der spektakulärste Fund, der in diesem Jahres im Fundbüro der Gemeinde Habichtswald von einem Finder abgegeben wurde. Am Ortsrand von Dörnberg fand man das Gerät – und nach wenigen Tagen meldete sich der glückliche Besitzer, konnte sein für ihn lebenswichtiges Gerät im Rathaus wieder in Empfang nehmen.

Ein Kinderfahrrad, Handys, Brillen, Regenschirme, Uhr und Ring einer Dame, ein Herrensakko, ein Fünf-Euro-Schein, sowie viele Haus- und Fahrzeugschlüssel. warten noch auf diesen Moment. Ihre vergesslichen Besitzer haben sich noch nicht im Habichtswalder Fundbüro gemeldet, das von Yvonne Hohmann und Petra Bellon verwaltet wird.

In einem Kellerraum des Rathauses werden die Fundsachen aufbewahrt. Zuvor wurden Fundort und -zeit sowie Personalien des Finders in eine Kartei aufgenommen. Der Finder erhält eine schriftliche Quittung. Denn meldet sich nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungszeit von sechs Monaten nicht der Besitzer, so hat der Finder Anspruch auf den Gegenstand.

Mit den Einnahmen aus Versteigerungen können wir den Habichtswalder Haushalt nicht sanieren.

Yvonnne Hohmann

Einen Lohn verlangen kann der Finder dagegen, wenn sich in dieser Zeit der Besitzer meldet. Die Höhe des Lohns bemisst sich nach dem Wert des Fundes: Bis 500 Euro fünf Prozent des Wertes, über 500 Euro 25 Euro (fünf Prozent von 500 Euro) plus drei Prozent von dem über 500 Euro hinausgehenden Wert. Wichtig ist auch, wo man den Gegenstand oder das Geld gefunden hat. Denn für Funde in öffentlichen Verkehrsmitteln und Behörden gibt es bis zu einem Wert von 50 Euro keinen Finderlohn, darüber hinaus nur die Hälfte des normalen Finderlohnes. Bei gefundenen Tieren ist der Finderlohn auf drei Prozent festgesetzt.

Meldet sich innerhalb von sechs Monaten, beginnend von der amtlichen Veröffentlichung der Gemeinde in der Presse beziehungsweise auf der gemeindlichen Homepage, weder der Eigentümer noch erhebt der Finder Anspruch auf den gefundenen Gegenstadt, wird die Kommune selbst Eigentümerin der Sachen. Sie kann die Funde, je nach Zustand, entsorgen oder öffentlich versteigern. Die Einnahmen der Versteigerung fließen in den Haushalt der Gemeinde. „Damit“, so lachend Yvonne Hohmann, „können wir aber den Habichtswalder Haushalt nicht sanieren.“

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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