Bauarbeiten an Helterbachtalbrücke

Video: Vollsperrung der A7 zwischen Kassel und Homberg - Befürchtete Staus blieben aus

Felsberg. Ohne Probleme ging in der Nacht vom Samstag auf Sonntag die Montage der zehn Brückenteile über die A7 im Bereich Felsberg über die Bühne. Die Vollsperrung der A7 zwischen Kassel und Homberg wurde um 7 Uhr am Sonntag wieder aufgehoben.

Wie die Polizei berichtet, kam es im Schwalm-Eder-Kreis nicht zu größeren Staus.

Aktualisiert am Sonntag um 9.25 Uhr.

Der Neubau der Brücke über die Autobahn war im Zusammenhang mit der Erneuerung der Helterbachtalbrücke und der Sanierung der A7 nötig geworden. 

Mit großer Spannung wurde am Samstagabend den Beginn der Arbeiten zur Montage der Fertigteile für die Kreisstraßenbrücke über die A7 zwischen den Felsberger Stadteilen Heßlar und Gensungen erwartet. Schon im Laufe des Tages war der große, 4 Millionen Euro teure Kran eines Spezialunternehmens aus Erwitte, der bis zu 700 Tonnen haben kann aufgebaut worden. Die zehn Tieflader mit den jeweils 70 Tonnen schweren und 35 Meter langen Fertigbetonteilen warteten derweil im abgesperrten Bereich vor der Anschlussstelle Melsungen.

Hintergrund: Neubau Helterbachtalbrücke

Die Arbeiten für den Neubau der Helterbachtalbrücke bei Felsberg-Melgershausen und die neue Verkehrsführung der Autobahn A7 laufen seit Februar 2013. Erneuert werden auch etwa 1,1 Kilometer Autobahn. Die neue Helterbachtalbrücke wird 174 Meter lang sein. Die Brücke, an der der jetzt gebaut wird, überspannt die A7. Die Fertigteile sind 30 Meter lang und 70 Tonnen schwer. Durch die hohe Verkehrsbelastung von 75.000 Fahrzeugen täglich war die Helterbachtalbrücke in einem schlechten Zustand. Der Neubau dauert bis bis Ende 2015. Die Kosten belaufen sich auf 42 Mio. Euro. 15 Mio. Euro entfallen auf den Neubau. Die Kosten trägt der Bund. (ddd)

Kurz nach 21 Uhr kam der erste elf-achsige Tieflader im Baustellenbereich angefahren und wartete direkt neben den Brückenaufliegern. Dann war es soweit, kurz nach 22.30 Uhr fuhren Fahrzeuge der Autobahnpolizei nochmal die mittlerweile zwischen Homberg und dem Autobahndreieck Kassel-Süd gesperrte A7 ab. Dann gab es grünes Licht.

Das schon am Kran angehängte Bauteil wurde angehoben und schwebte auf seinen Platz auf den Brückenfundamenten ein. Hier warteten schon die Bauarbeiter, die das Teil entsprechend in die richte Lage brachten. Gerade das erste Bauteil musste ganz genau an seinem vorbestimmten Platz sitzen und richtig ausgerichtet werden, denn die weiteren vier Teile richteten sich an dem ersten Träger aus. Da wundert es auch nicht, dass fast zwei Stunden vergingen, bis alles passte. Wenige Minuten nachdem die Vollsperrung der Autobahn bestätigt, und die Strecke von der Polizei nochmals kontrolliert worden war, rollte dann die Kolonne der Tieflader an. Dann ging es Schlag auf Schlag: Bis 7 Uhr waren alle zehn Teile, von denen jeweils fünf auf die beiden Seiten aufgelegt wurden, montiert. Auf diese Teile kommt dann noch ein etwa 30 Zentimeter hoher Aufbau aus Bewährungen und Beton. Den Abschluss bildet dann die Fahrbandecke

Während die Teile auf der Heßlarer Seite noch eingehoben wurden, montierten die Mitarbeiter der Firma Kirchner schon die Verschalungen und Sicherheitsgeländer auf den bereits fertig montierten Teilen auf der Gensunger Seite. Bei diesen Arbeiten durfte es keine Verzögerungen geben, denn pünktlich um 7 Uhr sollte der Verkehr wieder rollen. Dieses Arbeiten konnten auch nur während der Vollsperrung ausgeführt werden. Montagearbeiten während dem fließenden Verkehr waren zu gefährlich. Nicht vorstellbar was passiert wäre, wenn bei rollendem Verkehr, zum Beispiel nur ein Hammer von der Baustelle, 8 Meter über der Fahrbahn, heruntergefallen wäre und ein Auto getroffen hätte. So ging alles sehr gut ab, während der gesamten Arbeiten kam es nicht zu Unfällen und auch der vorgegebene Zeitplan wurde fast genau eingehalten.

Bereits am frühen Samstagabend waren mehrere Fernsehteams und auch viele Zuschauer aus der gesamten Umgebung, besonders viele aber aus Gensungen, Heßlar und Melgershausen, zu der Baustelle gekommen, um das Spektakel zu beobachten. Eine Gruppe aus Heßlar hatte sich besonders gut ausgerüstet. Mit Campingstühlen, Wolldecken und wärmenden Getränken hatten sie sich auf den Weg gemacht und beobachteten von einem Erdwall aus das Geschehen. Manche Zuschauer harrten bis zum frühen Morgen aus, um ja kein Detail der Arbeiten zu verpassen.

Fotos der Bauarbeiten

Bauarbeiten an der Helterbachtalbrücke - Vollsperrung der A7

Am Morgen, nachdem der Verkehr wieder in beiden Richtungen über die A7 lief, zog Dietrich Brossock von Hessen-Mobil ein sehr positives Fazit. Die gute Vorarbeit hat entscheidend zu dem Erfolg der Arbeiten beigetragen. Er bezeichnete die Zusammenarbeit der am Bau beteiligten Unternehmen und Behörden als sehr gut. Nur so war der Zeitplan einzuhalten und alle Arbeiten konnten sicher ausgeführt werden.

Die alte Kreisstraße war vor Beginn der Bauarbeiten unter der Autobahn hindurchgeführt worden. Im Rahmen der Baumaßnahmen wurde die A7 gegenüber dem bisherigen Verlauf bis zu zwölf Meter tiefer gelegt. Im Bereich der Kreisstraßenüberführung beträgt die Absenkung der Autobahn etwa acht Meter. Daher waren auch eine Überführung der A7 und eine Verlegung weiter nach Norden nötig. Dazu kam, dass das alte Bauwerk für die Unterführung sehr marode war. Durch die Absenkung des Fahrbahnniveaus bringt der entstandene Erdwall auch noch den Effekt eines Lärmschutzwalles, der von vielen Heßlarern schon viele Jahre lang gefordert wurde.(zot)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © HNA/Wenderoth

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