Zwölf Frauen aus Elfershausen kopierten Abendmahlszene des Conrad von Soest

Sand für die Ewigkeit

Sie haben es geschafft: An 49 Tagen und in über 500 Arbeitsstunden haben zwölf Frauen aus Malsfeld-Elfershausen das Sandbild hergestellt. Fotos: M. Berger

Elfershausen. 43 Tage, 500 Stunden und mehr als 200 Farben – das war nötig für ein Kunstwerk, das zwölf Frauen aus Elfershausen für ihre Kirche herstellten. Beim Erntedankfest am Sonntag wurde es in Scholls Scheune der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Bild ist komplett aus Sandfarben. Es zeigt die Abendmahlszene aus einem Altarbild des Conrad von Soest.

„Das Original hängt in der Stadtkirche Bad Wildungen, und wir haben nun eine Nachbildung, die nur aus eingefärbtem Sand hergestellt wurde“, sagte Pfarrerin Kirsten Bingel. Die Idee, das berühmte Kunstwerk des christlichen Künstlers mit Sand nachzustellen, stammt von der Pfarrerin selbst. Als Vorlage für die Kopie diente eine Postkarte.

Holzunterlage

„Die haben wir mit dem Kopierer vergrößert, und ich habe mit Hilfe eines Projektors die Konturen auf die Holzunterlage übertragen“, erzählt Verena Reichmann. Etwa vier Stunden habe allein diese Arbeit gedauert – immerhin galt es, eine Fläche von zwei mal drei Metern zu füllen. „Und dann haben wir mit kleinen Salzstreuern den farbigen Sand aufgebracht“, sagte Isolde Rittinghaus. „Das war schon anstrengend.“ Zum einen hätten die Frauen zum Einfärben der Flächen fast ständig auf dem Boden liegen müssen, auf der anderen Seite musste der Sand nach jedem Arbeitsschritt vollständig auf der geleimten Unterlage trocknen.

Starker Zusammenhalt

„Wenn Kassel die Documentastadt ist“, scherzte Ortsvorsteher Karl-Heinz Reichmann, „dann ist Elfershausen ab jetzt ein Künstlerdorf.“ Auch wenn das vielleicht nicht ganz der Wahrheit entspricht, eines hat das aufwendige Projekt auf jeden Fall gefestigt: die christliche Gemeinschaft in Elfershausen. Kerstin Bingel: „Dieses Bild verbindet uns, schenkt uns Zusammenhalt.“

Am Sonntag wurde das fertige Werk bei einem Erntedankfest mit vielen Aktionen zugunsten der vom Schwamm befallenen Kirche der Öffentlichkeit vorgestellt, und die kam nicht mehr aus dem Staunen. Wo genau das Bild im Elfershäuser Gotteshaus künftig zur Geltung kommen soll, ist noch nicht geklärt. „Bis wir einen Platz gefunden haben, steht das Bild nun erst mal auf dem Fußboden der Kirche“, sagt Kirsten Bingel. Und dort können Interessierte es in den nächsten Wochen zu festen Öffnungszeiten anschauen.

Feste Öffnungszeiten

Die Kopie der Abendmahlszene aus dem Altarbild des Conrad von Soest ist ab sofort in der Kirche Elfershausen zu sehen. Dazu ist die Kirche bis Ende November regelmäßg an Wochenenden zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet. Während der Woche können individuelle Besichtigungstermine vereinbart werden. Dabei besteht nach dem Kirchenbesuch die Möglichkeit zum Kaffeetrinken. Kontakt: Tel. 0 56 61/83 51 (Ilona Weisel).

Quelle: HNA

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