Fehler in der Kostenüberwachung

Stadtverordnete empört: Sanierung der Bahnhofstraße in Treysa wird teurer

+

Schwalmstadt. Im Dezember wurde sie feierlich eingeweiht, doch abgeschlossen ist das Kapitel Bahnhofstraße Treysa noch immer nicht. Und die Sanierung wird teurer als geplant.

Geplant waren eigentlich 1,47 Mio. Euro, nun werden es voraussichtlich 350.000 Euro mehr.

Die Tatsache an sich empörte einige Stadtverordnete, doch fast noch schlimmer bewerteten sie, dass die Verwaltung und Bürgermeister Stefan Pinhard von der erheblichen Kostensteigerung selbst überrumpelt wurden. Mehrere Fraktionen schalteten nach dem Bekanntwerden das Landratsamt als Aufsichtsbehörde ein. 

Fehler in der Kostenüberwachung

Ergebnis: Es habe Fehler in der Kostenüberwachung gegeben, auch der Informationsfluss wurde offenbar aus Homberg bemängelt. Bürgermeister Pinhard musste gegenüber dem Landrat förmlich Stellung beziehen.

In den Ausschusssitzungen und im Stadtparlament am Donnerstagabend räumte Pinhard die Vorwürfe ein, die Kostensteigerungen hätten auf allen Ebenen auffallen müssen, die Kontrolle habe nicht funktioniert. Außerdem hätten „die Gremien informiert werden müssen“. 

Zugleich unterstrich der Verwaltungschef, es sei kein finanzieller Schaden entstanden, denn die Gestaltung der Straße sei beschlussgetreu ausgeführt worden. Er habe angenommen, dass durch Mitteltausch genügend Geld da sei, durch die jahrelange Sanierung sei die Gemengelage eben sehr komplex.

Schelte bezog Pinhard in den Ausschüssen am Dienstag unter anderem von Stadtverordnetenvorsteher Reinhard Otto (CDU), der sich von der Dimension der Mehrkosten erschrocken zeigte, „man muss die Dinge mehr im Griff haben“. Pinhard kündigte in der Sitzung die Einführung eines elektronischen Kontrollsystems an.

Unklar ist, ob es noch einmal teurer wird, die Schlussrechnung für die Bahnhofstraße liegt nämlich noch nicht vor. 

Nachträge und höheres Honorar

Ende 2015 wurde von Gesamtkosten von 1,47 Mio. Euro für die Bahnhofstraße ausgegangen, 650 000 Euro Fördermittel wurden bewilligt. Als tatsächliche Kosten erhärtet sich nun die Summe von 1,82 Mio. Euro. 

Für Nachträge (über 200 000 Euro plus 80 000 Euro angepasstes Ingenieurhonorar) gab es 2017 verschiedene Anlässe, so musste teerpechhaltiges Material entsorgt werden, Spielgeräte wurden erst während der Bauzeit ausgesucht, die Straßenbeleuchtung stand teils noch nicht fest. Im Herbst schienen 80 000 Euro im Nachtrag ausreichend zu sein, bis Prüfungen im Dezember ergaben, dass dieser Betrag bei Weitem nicht ausreicht.

Mehr zu diesem Thema lesen sie in der gedruckten Ausgabe.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.