Verein Kifas fürchtet um die Zukunft seiner Kinderkrippe „Sonnenkäfer“

Kindertagesstätten in Felsberg stehen in Konkurrenz zueinander

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Sie machen das Beste daraus: Erzieherin Manuela Botte, Praktikantin Verena Bläsing Leiterin Susanne Viscoso und Erzieherin Maria Belitzki (von links) mit den Kindern Matilda, Max, Verena, Rosa, Karl Luis und Mia

Felsberg. Mit den Sonnenkäfern hatte der Verein Kifas in Felsberg zu Beginn der 90er-Jahre die erste Krippe für Kinder bis drei Jahre eingerichtet. Inzwischen ist durch die Krippen an den städtischen und am kirchlichen Kindergarten eine Konkurrenz entstanden.

Denn: Diese Krippen sind hochmodern, während das Gebäude der Sonnenkäfer, das dem Landkreis gehört, dringend saniert werden muss. Geschäftsführer Wolfgang Pempe spricht von einem Wettbewerbsnachteil und fürchtet um den Fortbestand der kleinen Kita.

Die Stadt, die sich an den laufenden Kosten beteiligt, bemüht sich zwar um eine Lösung, sieht sich aber nicht in der Pflicht, an einem Gebäude, das ihr nicht gehört, etwas zu machen (siehe „Das sagt...). Bürgermeister Volker Steinmetz: „Trotz mehrfacher Gespräche gibt es noch keine Entscheidung.“

Eine grundlegende Sanierung ist nach Pempes Ansicht dringend nötig. Da Fenster teilweise nur einfach verglast sind, werde dises Manko im Winter zum Problem. Kita-Leiterin Susanne Viscoso: „Es ist wegen des Kriechkellers fußkalt, und das Dach ist auch nicht isoliert.“ PVC löse sich ab und musste schon angeklebt werden. Ein weiteres Problem stellt die Tatsache dar, dass es keine Personal-, sondern nur die kleine Kindertoiletten im Gebäude gibt. Der Toilettenraum für Erwachsene dient dem Schulausmeister als Abstellraum.

Der Haupteingang führt direkt in den Gruppenraum. Das heißt: Im Sommer bringen die Kinder Sand mit rein, im Winter kommt bei jedem Öffnen der Tür die Kälte in den Raum. Die Folge: Im Winter wird die Tür verschlossen, stattdessen wird der Notausgang benutzt.

Erzieherin Manuela Botte bei der Arbeit

Private Spenden und unentgeltliche Arbeitseinsätze helfen. Wo immer es geht, packen die Mitarbeiterinnen selbst an, um die gröbsten Missstände zu beseitigen. Mal muss der Zaun repariert, Fußböden und Fenster müssen abgeschliffen und versiegelt bzw. gestrichen werden. Die Heizung hat Erzieherin Maria Bielitzki in den dreiwöchigen Ferien entrostet und gestrichen, Deckenplatten befestigt und den Flur entrümpelt. „Alles, was hier schön ist, haben wir selbst gemacht“, sind sich die Erzieherinnen einig. Das Gebäude, das zusammen mit der Schule 1969/70 errichtet wurde, sei noch nie grundlegend renoviert worden.

Der Sanierungsbedarf und die neu entstandene Konkurrenz auf der einen und die nicht komplett gedeckten laufenden Kosten - es ist von einem noch ungeklärten Zuschuss durch die Stadt von 32 000 Euro die Rede - auf der anderen Seite, machen es Kifas schwer - so schwer, dass Pempe betont:. „Wir haben schon vor eineinhalb Jahren gesagt, dass wir unter Umständen im Sommer 2013 schließen müssen.“

Das allerdings ist genau der Zeitpunkt, ab dem Eltern einen Rechtsanspruch auf Betreuung ab dem ersten vollendeten Lebensjahr haben. Und, so Susanne Viscoso: „Das Jugendamt möchte, dass die Kinder länger als nur zwischen 7 Uhr und 14.30 Uhr betreut werden.“

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Quelle: HNA

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