Sanierung des Spangenberger Burgsitzes soll Ende des Jahres abgeschlossen sein

Haben ein gemeinsames Ziel: Martin Will, Sozialpädagoge bei der Werner-Pfetzing-Stiftung, Bodo Schellhorn, Architekt, und Johannes Weth, Geschäftsführer der Stiftung Himmelsfels, sanieren mit ihrem Team den Spangenberger Burgsitz. Fotos:  Brandau

Spangenberg. Dieses Projekt bedeutet nicht nur endlose Fleißarbeit, es überhaupt in Angriff zu nehmen, grenzt schon beinahe an Wahnsinn: Die Sanierung des Spangenberger Burgsitzes ist in ihrer Dimension und in ihrem Ansatz ein echtes Abenteuer.

Denn der Werner-Pfetzing-Stiftung, die das Gebäude 2009 als neue Eigentümerin in ihre Verantwortung übernahm, geht es nicht nur ums Renovieren - es geht ihr um ein ungewöhnliches Konzept. Kurz beschrieben lautet das: Man nehme ein leerstehendes, stadtbildprägendes Gebäude und beschäftige für dessen Wiederherstellung Menschen, die seit längerem ohne Arbeit sind. Wenn sich letztere für ersteres engagieren, profitieren beide enorm davon.

In Spangenberg geht dieses Rezept in jeder Richtung auf: Die Fortschritte, die die Sanierung des geschichtsträchtigen Burgsitzes nimmt, werden immer sichtbarer. Längst ist im Erdgeschoss das Büro des Vereins Spangensteine entstanden. Und mit dem Salon gibt es dort einen Treffpunkt für alle Spangenberger Einwohner, im Dezember öffnete dort der Burgsitzladen seine Pforten - es herrscht wieder Leben im 700 Jahre alten Fachwerkbau.

Dieses Leben ist weder zu übersehen noch zu überhören: Im Burgsitz wird gehämmert, gesägt und gebohrt, was das Zeug hält, es sind viele Menschen, die daran arbeiten, dass auch die oberen Geschosse noch in diesem Jahr fertig werden.

Fünf Jahre hat die Sanierung dann gedauert. Keine lange Zeit, findet Sozialpädagogen Martin Will. „Wir investieren gerade einmal fünf Jahre in ein Haus, das mehrere Jahrhunderte alt ist.“ Früher gab es Debatten um einen Abriss: „Ein solches Gebäude aufzugeben hieße, die eigene Geschichte aufzugeben“, sagt Will, der die Arbeiten auch handwerklich begleitet.

Der Burgsitz stellt einen Schatz inmitten der Stadt dar. Genau das will die Werner-Pfetzing-Stiftung erreichen: alte Spangenberger Schätze zu heben, sie mit neuem Leben zu füllen. „Es wäre wirklich schlimm, wenn dieses Haus nur ein Denkmal wäre,“ sagt Johannes Weth, Geschäftsführer der Stiftung.

Er hat keinen Zweifel an der Sinnhaftigkeit: „Die Idee war wie ein Saatkorn. Daraus ist ein Baum geworden.“ Dieser Baum trägt erste Früchte: Die Akzeptanz in der Einwohnerschaft steigt, genau wie die Einsatzbereitschaft der Handwerker. „Die Menschen haben gemerkt, dass es kein Makel ist, hier zu arbeiten“, sagt Will.

Von Claudia Brandau

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Quelle: HNA

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