Kosten 234.000 Euro

„Notmaßnahme“: Sanierung des Turms der Kirche in Istha

Eingerüstet: Starke Risse bahnten sich ihren Weg über die Außenhaut des Turms.

Istha. Etwa 900 Jahre hat er Brände, Belagerungen und Beschuss überstanden. Damit der Turm der Kirche in Istha auch weiterhin allem Stand halten kann, wird er seit dem vergangenen Sommer aufwändig saniert.

„Es war eine absolute Notmaßnahme“, erklärt Pfarrer Wolfgang Hanske. Zahlreiche Risse im Mauerwerk hatten die Stabilität des Gebäudes gefährdet. Hätten Kirchengemeinde, -kreis und Landeskirchenamt die Sanierungskosten nicht gemeinsam stemmen können, hätte man den Turm wohl großflächig einzäunen müssen, um Menschen vor Mauerteilen zu schützen, die bald hätten herabstürzen können. Ursprünglich hatten Hanske und seine Gemeinde für die Renovierung der Westseite mit Kosten von 49.000 Euro geplant, mittlerweile liegen diese bei 234.000 Euro.

An zwei Außenwänden habe es Risse gegeben, deren Entwicklung er über mehrere Jahre beobachtet habe, erzählt der Pfarrer. Im vergangenen Frühjahr hätten sich diese Risse nach seiner Beobachtung stark vergrößert, weswegen er einen Statiker um eine Bewertung gebeten habe. Nachdem der Statiker ermittelt hatte, dass dringend etwas unternommen werden müsse, habe man unter anderem mehrere sogenannte Anker in der Fassade anbringen wollen, um sie zu stabilisieren. „Doch als das Gerüst aufgestellt war und wir auch den oberen Teil des Turms anschauen konnten, merkten wir, dass die Schäden schlimmer sind als gedacht“, berichtet Hanske.

Der Turm hat ein Außen- und ein Innenmauerwerk. Aufgefüllt wurde die Lücke mit verschiedenen Materialien. Um den Turm und das Mauerwerk stabil zu halten, seien größere Arbeiten notwendig geworden.

Gemeinde gibt 15.000 Euro

Um diese finanzieren zu können, mussten die Isthaer mit Kirchenkreis und Landeskirchenamt die verschiedenen Fördermöglichkeiten ausloten, die für solche Fälle bereitstehen. Das Gerüst stand zu diesem Zeitpunkt bereits am Turm, nach der finanziellen Freigabe konnten die Arbeiten im September 2012 fortgesetzt werden. Etwa 15.000 Euro steuert die Kirchengemeinde bei, dieser Beitrag wird unter anderem aus dem freiwilligen Kirchgeld bestritten.

Aus den ursprünglich nur wenigen geplanten Ankern sind mittlerweile 160 geworden, die an der Außen- und der Innenseite des Turm angebracht worden sind. Außerdem hat eine Spezialfirma aus Nordrhein-Westfalen vor kurzem damit begonnen, eine neue Fugenschicht zwischen den alten Steinen aufzubringen.

Der lange Winter hatte die Arbeiten zusätzlich erschwert, denn Frost würde die frische Fugenschicht zerstören. „Mittlerweile hat sich das Mauerwerk so weit erwärmt, dass die Spezialisten arbeiten können“, freut sich Pfarrer Hanske. Geplant ist, dass die Arbeiten in zwei Monaten beendet werden. (prs)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare