Engelapotheke am Marktplatz

Sanierung wird teurer und ist umstritten

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Fachwerkgebäude dominieren den Homberger Marktplatz: Die frühere Engelapotheke (rechts) und das Haus Obertor 1. Beide hat die Stadt gekauft. Über Nutzung, zeitliches Vorgehen und Sanierungskosten streiten die Stadtverordneten nach wie vor. 

Homberg. Die Sanierung wird teurer, und die Kosten wie auch die künftige Nutzung der Gebäude Marktplatz 16 und Obertor 1 am Homberger Marktplatz bleiben umstritten.

Die Mehrheiten scheinen klar, die kontroversen Bewertungen ebenso: Während die SPD mit den Grünen, der FDP und der CDU die weiteren Pläne und Kosten für die Sanierung und Nutzung der Häuser Obertor 1 und Marktplatz 16 (Engel-Apotheke) am Homberger Marktplatz, wie von Bürgermeister Dr. Nico Ritz erläutert, mittragen, bleiben die Freie Wählergemeinschaft (FWG) und die Bürgerliste (BL) bei ihrem Nein.

Das wurde am Freitagabend deutlich, als die Stadtverordnetenversammlung sich mit dem weiteren Vorgehen und dem Nutzungskonzept für die Häuser auseinandersetzte. Es ging darum, die Projektkosten bis zu einem Betrag von 1,5 Millionen Euro aufzustocken. Denn die Sanierung mit Umbau der Häuser wird deutlich mehr als ursprünglich geplant kosten.

Dietmar Groß (FWG) warf den Befürwortern eine „Augen zu und durch“-Haltung vor: Es sei offenbar egal, wie viel das Projekt letztlich kosten werde. Für viel Geld werde man in der Engelapotheke das „Haus der Reformation“ und das Burgmuseum und dazu zwei Wohnungen erhalten, im Haus Obertor 1 neben dem heimatkundlichen Archiv vier weitere Wohnungen. Es sei zweifelhaft, ob die Homberger verstünden, warum die Stadt soviel Geld für ein paar Wohnungen ausgebe. Alles in allem sei es ein „völlig überteuertes Projekt“.

Eines der schönsten Häuser Hombergs, die frühere Engelapotheke, sei in privater Trägerschaft nicht zu halten gewesen, betonte dagegen Klaus Bölling (Grüne). „Wir haben keine andere Wahl als zu sanieren“, betonte er. Mit dem Haus könne etwas geschehen, das beispielhaft für Homberg sein könnte. Die Stadt müsse sich um den Erhalt ihrer wichtigen Immobilien kümmern.

Mit attraktiven, barrierefreien Wohnangeboten könne man zudem wieder mehr Menschen in die Innenstadt holen. Wirtschaftlich rechnen werde sich eine solche Investition natürlich nie.

„Sind verpflichtet“

„Wer die Augen aufmacht, der sieht, dass wir verpflichtet sind etwas zu tun“, meinte Stefan Gerlach (SPD). Die Kommunalpolitik müsse Ideen entwickeln, wie man Homberg vorwärtsbringe. Keiner habe sich die Entscheidung leicht gemacht, in den Ausschüssen habe man lange diskutiert. Das zusätzliche Geld werde zur Verfügung gestellt, „weil wir an das Projekt glauben“, sagte Gerlach. Es koste zwar viel, aber die Stadt bekomme auch sicher etwas zurück.

Die Stadt Homberg sei keine Wohnungsbaugesellschaft, kritisierte Heinrich Nistlervon der Bürgerliste. Es werde jetzt Wohnraum geschaffen für viel Geld, die Kommune subventioniere also künftig nur einige Homberger Mieter. Besser wäre es, die Räume anderen Vereinen anzubieten. Seine Änderungsantrag, zunächst nur 750 000 Euro zu bewilligen, wurde abgelehnt.

Er sei nicht glücklich über die permanenten Nachbeschlüsse, sagte Christian Haß (CDU). Die Stadt habe leider „richtig Pech“ gehabt mit dem Haus.

Die Frage sei: Führen wir das Projekt zu Ende oder drücken wie auf die Pausetaste? Die CDU sei der Meinung, dass es der richtige Weg sei, den man jetzt gehe.

Quelle: HNA

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