Melsungerin berichtet über Rezepte und Feiertagsbräuche von der Insel Bali

Sate zum neuen Jahr

Andere Religionen: Nele Rößler aus Melsungen und Joy Weinberger auf Bali an der hinduistischen Tempelanlage Pura Taman Saraswati bei Ubud. Das kleine Bild zeigt ein für die Insel typisches Reisfeld. Fotos: privat/ dpa

Melsungen. Auf der indonesischen Insel Bali ist Kochen nichts für Langschläfer. Schon um fünf Uhr geht Dessa Kahla auf den Markt und kauft für ihre Kochschüler ein. „So früh sind die Lebensmittel besonders frisch und günstig“, erklärt die 43-Jährige.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Touristen dadurch auch die Preise der Einheimischen nicht sehen sollen. Um neun Uhr beginnt die „Bali Cooking Class“ dann auch für die Teilnehmer des Kochkurses. Viele Hotels auf Bali bieten Kochkurse für Touristen an. Der Reiseführer verspricht die Zubereitung einer kompletten Mahlzeit mit Vor-, Haupt- und Nachspeise. Außerdem gehören ein Ausflug auf den Markt und das gemeinsame Essen zum 20 Euro teuren Kurs. Die meisten Teilnehmer kommen aus Europa, Nordamerika, Malaysia und Australien.

Zwei Stunden lang kochen

Zusammen mit den Schülern geht Dessa Kahla erneut auf den Markt. Sie zeigt den Teilnehmern, worauf sie bei den Zutaten achten müssen, will aber auch zum Kaufen bei befreundeten Standbesitzern anregen. Gewürze seien hier gut und günstig, wirbt sie.

Zurück im Hotel heißt es: Gemüse schneiden, Erdnüsse mörsern, Reis aufkochen. Zwei Stunden, zwei Herdplatten, fünf Gerichte.

Dessa Kahla hat den Nachtisch, schwarzer Reispudding (Burbur Injin), bereits vorbereitet. Jetzt wird noch weißer Reis mit Gemüse angebraten (Nasi Goreng). Eine balinesische Sauce wird zubereitet, die mit einem Riegel aus zusammengepressten Sojabohnen (Tempe), Getreide-Frittern (Bregedel) und einer Art Salat (Gado-Gado) gegessen wird. „Das hier ist schon ein Festmahl,“ erklärt Dessa Kahla, „so essen wir natürlich nicht jeden Tag.“

Beim Kochkurs lernen die Teilnehmer nicht nur Rezepte, sondern auch viel über Balis Kultur. Ein Beispiel ist die Frage, warum die Balinesen kein Weihnachtsfest feiern. Die Antwort: Auf der Insel ist der Hinduismus die prägende Religion. Und Weihnachten feiern die Hindus nicht.

Das Neujahrsfest Nyepi feiern die Insulaner am dritten Neumond des westlichen Kalenders. Auch dann ist nicht der richtige Zeitpunkt fürs Festmahl: An Nyepi wird weder gekocht noch gegessen. Erst am Tag danach gibt es ein großes Essen.

Obwohl der 1. Januar auf Bali nicht den Jahreswechsel markiert, ist es ein Feiertag: In Indonesien werden die großen Ereignisse der Hindus, Christen und Muslime als sogenannter „Public holiday“ begangen, also als öffentlicher Feiertag.

WEITERE ARTIKEL

Von Nele Rößler

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare