Scala-Varieté sagte Lebwohl: Ein Abend wie im Flug

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Fritzlar. Zehn Jahre Scala-Varieté in Fritzlar sind wie im Flug vergangen, genauso wie die vierstündige Show, mit der der Geburtstag gefeiert wurde. Es war die letzte große Veranstaltung im historischen Gebäude, denn die Betreiber Jutta Schröder und Merten Wagnitz hören auf.

Eine Lösung, um das Varieté mit einem anderen Modell zu sichern, gibt es bisher nicht. Dabei zeigte der Samstagabend, welch ein hochklassiges Angebot dieses Varieté nach Fritzlar brachte – für eine Kleinstadt geradezu sensationell. Jutta Schröder hatte für die Gala Künstler und Artisten um sich versammelt, die sie in den Scala-Jahren begleitet haben.

Die Tücke des Objekts

Kurzclip 1:

Da kalauerten sich Möppi und Hacki Ginda durch den Abend und kämpften – ganz in der Tradition der ganz großen Clowns – mit der Tücke des Objekts, etwa einem zu groß geratenen Mikrofonständer. Statt ihn einfach zu verkleinern, kletterten sie mühsam auf einen Barhocker. Ein Publikumsliebling ist Ivo Antoni mit seinem Hund Primadonna, der schon vor seiner Fernsehkarriere als „RTL-Supertalent“ in Fritzlar zu Gast war. Ivo hatte seine Ehefrau Marina Yakubova mitgebracht, die mit Hula-Hoop-Reifen glänzte. Hochkarätige Artistik boten auch Maxim Krieger auf den wackelnden Rola-Rolas (Rollen und Bretter) und das Kraftakrobatik-Duo Quix.

Zehn Jahre Scala-Varieté

Kurzclip 2:

Poesie und Akrobatik vereinte der Auftritt von Christina Wintz, die zu Musik am Vertikalseil in der Mitte des Zuschauerraums ihre Vorführung zeigte. Das war einer der Pluspunkte im Scala-Varieté: die Nähe der Künstler zu ihrem Publikum. Herr Riesling mit aberwitzigen Bewegungen, Alexander Andrione mit Wortwitz („Das müssen Sie nicht für bare Minze nehmen.“) und das Essen von Christoph Brand und seinen „fliegenden Köchen“ sorgten für einen rundum schmackhaften Abend.

Chefin Jutta Schröder holte Weggefährten zu kurzen Gesprächen auf ihr Sofa und hielt Rückschau. Und über allem stand unausgesprochen die Frage: Soll es das wirklich schon gewesen sein?

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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