Insgesamt 650 Euro Strafe

Schaden am Oldtimer: Gericht verurteilte Autofahrer wegen Unfallflucht 

Treysa/Neukirchen. Vor dem Amtsgericht Treysa war ein 69-Jähriger Mann angeklagt, der bis zum Schluss bestritt, den teuren Mustang eines Autofahrers beschädigt zu haben. 

Als Angeklagter fand sich ein Rentner vor dem Amtsgericht in Treysa wieder, der sein Vergehen trotz eindeutiger Beweislage auf keinen Fall einsehen wollte. Dem aus Afghanistan stammenden Mann wurde Verkehrsunfallflucht vorgeworfen. Die Verhandlung gestaltete sich außerordentlich schwierig, auch weil der Afghane nur sehr gebrochen Deutsch spricht.

Laut Anklage ereignete sich der Unfall im vergangenen Mai in der Altstadt von Neukirchen. Der 69-Jährige habe gestoppt, dann unvermittelt den Rückwärtsgang eingelegt und sei gegen ein anderes Auto gefahren, so der Staatsanwalt. Da es sich dabei fatalerweise um einen besonderen Oldtimer, einen Ford Mustang Baujahr 1966, handelte, fiel der Schaden mit rund 1600 Euro entsprechend hoch aus. Die verchromte Stoßstange des wertvollen Wagens habe man in Amerika bestellen müssen, erzählte der 39-jährige Mustangbesitzer dem Gericht: "Ich wollte schon gern wieder ein Originalteil."

Der 69-Jährige stritt die Tat energisch ab und erklärte dem Richter radebrechend mit Händen und Füßen seine Sicht der Dinge.

Er sei damals auf der Suche nach einer Straße gewesen und habe kurz angehalten: "Ein Auto ist gekommen, hat 'tüt tüt' gemacht und ist gegen mich gefahren. Wir sind ausgestiegen. Der Mann hat gesagt: kein Schaden. Ich bin dann weg wegen Termin." Der Mustang hätte doch einfach um ihn herum fahren können, meinte der 69-Jährige gestenreich.

Er könne sich noch gut an den Unfall erinnern, sagte der Besitzer des Mustangs: "Er hat drei bis fünf Meter vor mir gehalten. Dann hat er den Rückwärtsgang eingelegt und ist mir reingefahren." Die 27-jährige Beifahrerin fügte an, dass der Angeklagte nach kurzer Diskussion einfach in den Wagen gestiegen sei und die Unfallstelle verlassen habe. Sie könne das gar nicht wissen, sie sei gar nicht da gewesen, empörte sich daraufhin der 69-Jährige. Über diese Aussage konnte die Zeugin nur den Kopf schütteln.

Der Wagen des Rentners sei ohne triftigen Grund zurückgefahren und mit dem Mustang zusammengestoßen, berichtete eine weitere Zeugin, "man hat es richtig gehört."

Am Ende der Beweisaufnahme sah der Staatsanwalt den Sachverhalt als erwiesen an. Die Aussagen des Angeklagten seien reine Schutzbehauptungen, so der Jurist: "Die Zeugen sind glaubhaft." Wegen des Unfalls verurteilte das Gericht den 69-Jährigen zu einer Geldbuße von 50 Euro. Für die Unfallflucht muss der Afghane 600 Euro Geldstrafe zahlen, sein Führerschein ist für drei Monate eingezogen.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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