Schadstoffe in der Luft: Grundschule in Lohne bleibt geschlossen

Lohne. Die Grundschüler aus dem Fritzlarer Stadtteil Lohne dürfen am Montag nicht in ihre Schule zurück. Grund dafür: Wegen erhöhter Geruchsbelästigung in dem Gebäude veranlasste der Schwalm-Eder-Kreis in den Osterferien eine Raumluftmessung, erklärt Landrat Frank-Martin Neupärtl.

Das Ergebnis der Gutachter habe ergeben, dass Schadstoffe namens Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) knapp unterhalb der Grenzwerte in der Luft waren.

Deshalb habe der Landkreis als Schulträger beschlossen, dass der Unterricht erst einmal nicht mehr in dem Schulgebäude stattfindet, so Landrat Neupärtl. „Wir haben uns gemeinsam so entschieden, um die Kinder keiner Gefahr auszusetzen“, sagt Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat. Die Gesundheit der Kinder und Lehrer gehe zu jeder Zeit vor, deshalb werde der Unterricht vorläufig im Dorfzentrum in Lohne stattfinden: „Das ist dort gut möglich.“

In der Schule in Lohne rieche es miefig und modrig, erklärt Spogat. „So, als hätte man eine Woche nicht gelüftet.“ Darüber hatten sich Schüler, Eltern und Kollegium beschwert. Vereinzelt hätten Kinder über Husten und Ausschlag geklagt. Doch wisse man nicht, ob daran die Kohlenwasserstoffe schuld seien, sagt Spogat. Man nehme die Sorgen der Eltern aber sehr ernst. Die Geruchsbelästigung gebe es schon länger in der Regenbogenschule, doch sei sie im Laufe der Jahre schlimmer geworden. „Die Lehrer lüften regelmäßig und sorgen für frische Luft.“ Das Schulgebäude sei bereits 60 Jahre alt. Daher habe man zunächst vermutet, dass es Feuchtigkeit im Keller geben könnte. Doch vermutlich sei der Bodenbelag der Grund, fügt Spogat an.

Jetzt soll endgültig geklärt werden, ob der Fußboden der Auslöser ist oder weitere Sanierungen notwendig sind. Bis die Arbeiten abgeschlossen seien, könne es sechs bis acht Wochen dauern.

Hintergrund: Chemiekalien in Alltagsgegenständen

Es gibt in unseren Alltagsprodukten Chemikalien, die auf unsere Gesundheit lauern, die extrem gesundheitsschädlich sind. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK genannt, sind eine Gruppe von organischen Kohlenwasserstoffen, wobei über 100 PAK bekannt sind. Diese PAKs sind auch in vielen Produkten enthalten, mit denen wir in Kontakt kommen. Dazu zählen Spielzeuge, Werkzeug- und Fahrradgriffe und Schuhe. Nach Angaben des Bundesinstitutes für Risikobewertung besitzen PAKs gesundheitsschädliche Eigenschaften. Sie können krebserzeugend sein. Die giftige Chemikalie kann eingeatmet oder über die Haut aufgenommen werden. (red)

Quelle: HNA

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