Thermalbad: Konstruktion aus Stahlbeton ist marode - ohne Sanierung droht Schließung

Schäden reißen Millionenloch

Bad Emstal. Noch sind die Besucher des Bad Emstaler Thermalbades nicht in Gefahr, doch es besteht Handlungsbedarf. Die Stahlbetonkonstruktion im Bereich der Schwimmbecken im 30 Jahre alten Bau ist derart marode, dass eine unfassende Sanierung nötig ist. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens. Die von der Gemeinde beauftragten Kasseler Ingenieure gehen von Kosten von etwa 1,3 Millionen Euro aus - die Instandsetzung sei zwingend erforderlich für die Standfestigkeit der Konstruktion.

„Das Gutachten war ein Schock“, sagt Bürgermeister Ralf Pfeiffer. Dass erhebliche Schäden - zum Teil auch sichtbar - vorhanden sind, war bekannt, „schließlich wurde deshalb ja auch das Gutachten in Auftrag gegeben“. Die prognostizierte Summe für die Sanierung ist allerdings ein kaum verkraftbarer Brocken für den Gemeindehaushalt. Denn zu den 1,3 Millionen Euro kommen auch noch Mindereinnahmen aus dem Bad-Betrieb hinzu: Während der Sanierung muss das Thermalbad nämlich geschlossen werden. Laut Gutachten für mindesten sieben, acht Monate.

Nachdem die Kommune bereits millionenschwere Ausgaben geschultert hatte - unter anderem für die energetische Sanierung und ein neues Dach (wir berichteten) - steht mit der neuerlichen Sanierung auch die grundsätzliche Frage des Erhalts des Thermalbads im Raum. Denn investiert die Gemeinde nicht, müsste sie die Einrichtung schließen, weil langfristig die Sicherheit der Badegäste nicht gewährleistet ist.

Bürgermeister Pfeiffer befürchtet aufgrund des Gutachtens, das aus „unbekannten Quellen“ vor der Information des Parlaments in der Sitzung am Donnerstag an die Öffentlichkeit gelangt sei, nun Panikmache betrieben werde, die dem Thermalbad nur schaden könne. „Dabei gibt es schon seit längerer Zeit eine engmaschige Überwachung.“ Durch die sollen Beeinträchtigungen der Standfestigkeit frühzeitig erkannt werden. Vorsorglich seien auch dort, wo Korrosionsschäden erkennbar waren, Unterstützungsarbeiten vorgenommen worden. Die Kontrolle werde natürlich intensiv und in geringen zeitlichen Abständen weiter fortgesetzt.

Wann mit der Sanierung begonnen wird, haben die gemeindlichen Gremien zu entscheiden. Drei Bau-Büros haben nach Angaben Pfeiffers das Bad bereits besichtigt und werden Kostenvoranschläge einreichen. Sinnvoll sei es, im Zuge der Beton-Sanierung, die laut Pfeiffer frühestens im Sommer 2011 starten kann, auch weitere Arbeiten im Bade-Bereich vorzunehmen, um die Attraktivität zu steigern. „Hier muss aber die Richtung, wo wir in Zukunft mit dem Thermalbad hinwollen, klar sein.“HINTERGRUND

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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