Kommentar zum Aus der Geburtshilfe: "Schädliche Schrumpfkur"

Bild aus besseren Tagen: Der Eingang zur inzwischen geschlossenen eigenständigen Station im Obergeschoss.

Wolfhagen. Das Zusammenlegen der Geburtshilfe mit Chirurgie, HNO und Urologie im Frühjahr war der Anfang vom Ende. Ein Kommentar von Norbert Müller.

Das Totenglöckchen läutete die Krankenhausleitung schon vor neun Monaten. Ohne Not – die Wolfhager Klinik schreibt Jahr für Jahr schwarze Zahlen – wurde die eigenständige gynäkologisch-geburtshilfliche Station dicht gemacht und mit Chirurgie, HNO und Urologie zusammengelegt. Drei Stellen und pro Jahr 180.000 Euro spart man ein. Geld, das in anderen Häusern der Holding dringend gebraucht wird.

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Dafür amputierten die Klinikstrategen den Komfort und die familiäre Atmosphäre, die neben der erstklassigen Betreuung die Wolfhager Geburtshilfe so attraktiv machten. Werdende Mütter hielten dem Haus die Treue. Anders das Personal. Inzwischen fehlen vier Fachkräfte. Ersatz ist nicht zu finden. Wen wundert’s. Wer sich für den Beruf der Kinderkrankenschwester entscheidet, will alten Herren keinen Katheter schieben.

Der gute Ruf der Wolfhager Klinik, zu dem die Geburtshilfe maßgeblich beigetragen hat, ist beschädigt. Aber nicht durch jene, die das Aus kritisieren, sondern durch die Leute, die diese schädliche Schrumpfkur verordneten.

Quelle: HNA

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