Heimatmuseum Frielendorf: Familie Etzel stiftet Keramik aus der Töpferei Mittendorf

Schätze vom Dachboden

Sammlung dem Museum geschenkt: Annerose Etzel (rechts) hat die Töpfe im Haus ihrer Mutter in Frielendorf entdeckt und sie ins Heimatmuseum zu Roswitha Lange gebracht. Foto: Rose

Frielendorf. Nicht nur der Bergbau hat Frielendorf geprägt: Auch Handel und Handwerk blühten in der ehemaligen Zechengemeinde Anfang des Jahrhunderts auf. 1904 gab es in Frielendorf sechs Töpfereien, die für die Haushalte Geschirr und Alltagsgefäße herstellten. 1923 stellte der letzte Töpfermeister seinen Betrieb ein.

Hoch angesehen war unter anderem der Töpfer Heinrich Mittendorf. Im Haus der Familie Etzel ist jetzt Keramik von ihm aufgetaucht – zehn Gefäße, die künftig im Heimatmuseum Frielendorf zu sehen sind.

Annerose Etzel wusste schon als Kind, dass die Oma diese besondere Frielendorfer Keramik besaß: „Sie hat mir immer davon erzählt.“ Als im Mai ihre Mutter verstarb und sie gemeinsam mit ihrer Tochter Britta Rüttgers den Hausstand ordnete, stießen beiden durch Zufall auf dem Dachboden auf einen eingestaubten Karton.

Hinter den Dachschrägen

Hinter den Dachschrägen versteckten sich die Tonwaren, überzogen von einer dicken Staubschicht. „Ich wollte eigentlich nur nachschauen, wie weit dort oben gedämmt worden ist“, erklärt Britta Rüttgers. Beide staunten nicht schlecht, als sie das alte Zeitungspapier aus dem Jahr 1957 lüfteten – denn im Karton standen zehn große Aufbewahrungsbehältnisse für Zutaten wie Zucker, Mehl oder Linsen. Datiert oder signiert ist die Keramik nicht: „Mich wundert, dass der Töpfer kein Zeichen hinterlassen hat“, sagt Annerose Etzel.

Gestanden habe die Töpferei Mittendorf in der Mühlenstraße, erläutert Roswitha Lange, Vorsitzende des Frielendorfer Heimatmuseums. Viele Töpfer hätten sich wohl deshalb in der Gemeinde angesiedelt, weil es eigenes Tonvorkommen gab.

Modell für den Maler Giebel

Heinrich Mittendorf saß an der Töpferscheibe auch Modell für den Maler Heinrich Giebel, der wohl auch über die Schwalm hinaus nach Motiven suchte.

Dieses Bild ziert eine alte Broschüre über die Frielendorfer Töpfer, die heute im Museum verwahrt wird. Für die Keramik konnte sich Annerose Etzel deshalb keinen besseren Platz als das Heimatmuseum vorstellen. Bislang besaß das Museum gerade einmal ein Gefäß aus der Mittendorfschen Werkstatt.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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