Schätze der Könige: Experten aus dem Landkreis erklären die Geschenke von einst

+
Unterwegs: Heute sind wieder viele Kinder als Heilige Drei Könige unterwegs.

Homberg. Der Tag der Heiligen Drei Könige ist  traditionell der 6. Januar. Ein Goldschmied, ein katholischer Gemeindereferent und ein Heilpraktiker aus dem Landkreis erklären Beschaffenheit und Bedeutung der Stoffe.

Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.“ Matthäusevangelium 2, 11

Gelehrte Männer besuchten das Jesuskind an der Krippe. So steht es in der Bibel, im Matthäus-Evangelium. Sie schenkten dem Kind Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Gold wird seit Jahrhunderten ein besonderer Wert beigemessen. So sollte das Geschenk der Heiligen Drei Könige eine angemessene Gabe für den neugeborenen König sein. In der jüngeren Vergangenheit habe sich die Bedeutung von Gold aber verändert, sagt der Melsunger Goldschmied Bernd Köhler.

Vorm Schmelzen gerettet: Goldschmied Bernd Köhler mit goldenen Taschenuhren, die oft einen hohen antiquarischen Wert aufweisen.

„Gold zählt vor allem als Investition. Ein Goldbarren kann in jeder Bank gegen bares Geld getauscht werden – oder als Absicherung für schlechte Zeiten dienen.“ Zu Geld wollen viele Erbstücke wie Schmuck oder Uhren machen. „Doch oft übersteigt der antiquarische Wert dieser Stücke den reinen Goldwert bei weitem, den der Kunde für das Einschmelzen erhält“, erklärt Köhler, der vor dem Gang zum Goldankauf eine fachmännische Beratung empfiehlt.

Gewichtiger Goldschmuck als Statussymbol spiele heute kaum eine Rolle. „Wer etwas hermachen will, greift eher zu Silber- und Glitzerware.“ Der Symbolwert eines goldenen Eherings sei auch gesunken: „Junge Paare entscheiden sich für Titan oder Edelmetalle.“ Dabei kann ein Goldring eine besondere Geschichte haben: „Gold ist kein Wegwerfprodukt sondern wird immer wieder verwandt. Wer weiß, ob das Gold am Finger nicht einen Pharao in Ägypten geschmückt hat.“

Besondere Atmosphäre: Weihrauch schwenkt der Gudensberger Gemeindereferent Hubert Ziegler in einem Weihrauchfass.

Kurzclip:
Gemeindereferent Hubert Ziegler bestückt das Weihrauchfass

Weihrauch:
„Durch Weihrauch stellten fromm sie dar, dass dieses Kind Gott selber war“, mit diesem Zitat aus einem Kirchenlied macht der Gemeindereferent der katholischen Kirche in Gudensberg, Hubert Ziegler, deutlich, wie wertvoll Weihrauch einst war. Wie bei der Verbindung zwischen Gott und Mensch könnten Menschen Weihrauch auch nicht fassen und doch fühlen, dass er da ist. „Weil er das ganze Zimmer erfüllt.“

Weihrauch stamme aus einem Baumharz und diese Art gebe es nur in Südarabien und im heutigen Somalia. Heute sind die Hauptlieferanten für Weihrauch der Oman und der Jemen. „Er ist noch immer sehr wertvoll, aber es gibt ihn in den unterschiedlichen Qualitäten.“ In der Kirche werde er fast nur noch bei hohen Festen und bei Beerdigungen eingesetzt, sagt Ziegler und zündet ein Stück Kohle an, legt es in das Weihrauchfass und streut etwas von dem Kirchen-Weihrauch „Gloria“ darüber.

Schnell verbreitet sich der harzige Duft. Ein wenig riecht es wie in einer Zahnarztpraxis. „Für mich ist das ein positiver Geruch, einer der feierlich wirkt“, sagt er und fügt an: „Eine besondere Atmosphäre und Stimmung entstehen.“

 

Myrrhe: „Die Heiligen Drei Könige haben dem neugeborenen Jesus Myrrhe mitgebracht. Man kann hieran erkennen, dass sie nicht nur eine sehr alte Heilpflanze ist, sondern auch als sehr kostbar angesehen wurde“, sagt der Homberger Heilpraktiker Wolfram Matthias Schrot.

Reinigende Wirkung: Heilpraktiker Wolfram Matthias Schrot aus Homberg mit Räucher-Myrrhe. Der Duft soll reinigend wirken.

Salben seien daraus gemacht worden. Deren Wirkung: gerbend und entzündungshemmend. „Myrrhe muss für die Menschen früher das reinste Wundermittel gewesen sein.“. „Etwas gurgeln und Zahnfleischbluten und Mandelentzündungen waren schnell verschwunden.“ Heute werde Myrrhe im medizinischen und kosmetischen Bereich eingesetzt und auch als Räucherwerk genutzt.

Daraus werden Salben, Tinkturen, Tabletten und mehr hergestellt. „Noch immer wird es wegen seiner reinigenden Wirkung genutzt“, weiß Schrot. „Wer sein Haus mir Myrrhe räuchert, der reinigt es und schließt mit alten Dingen ab, schafft Platz und Raum für Neues.“ Außerdem setze man Myrrhe unter anderem bei Pilzerkrankungen ein. „Das ist immer häufiger der Fall, weil öfter Antibiotika verordnet werden und die zerstören die Darmflora.“

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare