Schallende Lacher aus Publikum

Kabarettistin Frieda Braun überzeugte in Treysa

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Kaum Requisiten: Frieda Braun setzte wirkungsvoll Mimik und Wortwitz ein.

Schwalmstadt. Im Gemeindehaus Franz-von-Roques gastierte am Samstagabend die Künstlerin Karin Berkenkopf, besser bekannt unter dem Namen Frieda Braun. Schnell gelang es der schlagfertigen Sauerländerin, das Publikum in ihren Bann zu ziehen.

Sie begrüßte die 150 Gäste mit den Worten: „Jetzt hört mal, Ihr kennt doch Winterberg, Ihr fahrt doch nicht nach Willingen?“ So hatte sie gleich verdeutlicht, aus welcher bedeutenden Stadt sie kommt. In ihrem Programm „Sammelfieber“ erzählte Frieda von ihrer „Splittergruppe der KFD“ (Katholischen Frauen Deutschlands), die es sich zur Aufgabe gemacht hätte, einen Wohltätigkeitsbasar zu veranstalten. Dafür sammelte sie auch an diesem Abend Sachspenden.

Ein Reisebügeleisen, auf dem bisher Spiegeleier gebraten worden seien, sei bisher das Schlimmste, was sie übergeben bekommen habe. Dicht gefolgt von einem kompletten Satz ausrangierter Trainingsanzüge der „Alten Herren“.

Ihr Wortwitz und ihre falsch verwendeten Fremdwörter ließen dem Publikum zwischen den Lachern kaum Zeit, Luft zu holen. So etwa wenn sie von dem „VW Chicoree“ ihrer Freundin berichtete, den diese sowohl Sprit sparend als auch Material schonend, also „ökumenisch“ fahre. Auch ihr Idol, André Riéu spiele immer auf Markengeigen wie der „Larifari“. „Ich hoffe, er spendet uns eine der alten Geigen“, wünschte sich Frieda.

Das Publikum amüsierte sich köstlich: 150 Zuschauer waren in das Treysaer Gemeindehaus gekommen, um die Kabarettistin zu sehen.

Die Künstlerin ging in ihrem Programm auch auf die Besonderheiten des Ortes ein. Nach der Pause zeigte Frieda Braun ihre neueste Spende, ein Bild mit Alpenpanorama, das Treysa vor 400 Jahren zeige. Sie zeigte sich kundig in der örtlichen Topografie und manchen Themen. In Treysa stünde man ja sogar im Kreisel im Stau, bemerkte Braun. Ihre Freundin habe ihr berichtet, die Leute läsen dann im Kreisel einfach die Morgenzeitung weiter. „Es ist also eigentlich ein Lesezirkel“, schlussfolgerte Frieda. Die Menschen aus dem Café nebenan genössen diesen Anblick. Frieda sinnierte, dass das traditionsreiche Café Klingelhöfer von gegenüber bestimmt wieder aufmache, spätestens wenn die Autobahn da sei.

Das Publikum wurde in dem gut zwei stündigen Programm der „Hausfrau“ in braunem Karorock, kombiniert mit einer braunen „Clubjacke“, von Lachsalven geschüttelt. Alltagsnah und dennoch sorgsam aufbereitet und leicht überzeichnet erzählte sie vom Ehemann Erwin und dem Experiment mit einem Wasserbett, das sie nun nach Ziegenhain weiterverkauft hätten. Dass der Strom, der im Ort nun aus von einem Windrad käme, mal den Rasierapparat glühen und mal Herd und Kuchen kalt ließe, war auch leicht zu glauben.

Der Kulturverein vor Ort - Kulturverein Schwalmstadt hatte zu dem Abend eingeladen. Vorsitzender Winfried Graser freute sich über die bisher best besuchte Veranstaltung seines seit drei Jahren bestehenden Vereins.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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