Hephata zeigt die berühmten Bibelbilder von Kees de Kort – Künstler bei der Eröffnung

Schauen wie die Kinder

Treysa. „Kommt und guckt – die Bibel“ – unter diesem Motto steht eine Ausstellung mit Werken des niederländischen Künstlers Kees de Kort, die abdiesem Sonntag für drei Wochen im Hephata-Kirchsaal zu sehen ist.

Die Bibel gucken, schmecken, riechen und fühlen, sie erlebbar machen: Das haben sich die beiden Kuratoren Alexander Rissmann und Wiebke Reinert sowie Pfarrer Johannes Altmann und sein 40-köpfiges ehrenamtliches Helferteam zum Ziel gesetzt.

Seit mehreren Tagen laufen die Vorbereitungen für die Bilderschau. 35 Siebdruck-Repliken ruhen noch unter Schutzfolien. Die Bilder schlicht an weißen Wänden aufzuhängen, das war den Kuratoren zu langweilig. Richtet sich doch die Ausstellung an Menschen ab vier Jahre.

„Wir haben beim Konzept darauf geachtet, uns in die Perspektive von Kindern zu versetzen“, erklärt Rissmann. Und Reinert verdeutlicht: „Die Welt, die er malt, soll in diesen Raum zurück übersetzt werden, damit die Bilder auch physisch ein Erlebnis werden.“ Die beiden Kulturwissenschaftler bauen gemeinsam mit der Jugendberufshilfe ein Dorf mit Marktplatz nach – so wie es zur Zeit Jesu ausgesehen hat. „Der Fluchtpunkt der Sicht ist immer der Tempel – so wie heute oft die Kirche Mittelpunkt des Dorfes ist“, erklärt Rissmann. Die historischen Häuser werden von zwei Zelten ergänzt: „Sie sind Orte zum Lesen und Schmökern in der von Kees de Kort illustrierten Kinderbibel“, sagt Pfarrer Altmann.

In einem Teil des Kirchsaals wird außerdem ein Sandsturm wirbeln. Hierzu bauen die Kuratoren eine Windmaschine auf. Mit viel Liebe zum Detail arbeiten die beiden Marburger an der perfekten Kulisse. „Wände sind nicht einfach nur weiß gestrichen – sie haben eine Struktur. Denn wer sich mit der Bibel befasst, der soll auch etwas zum Anfassen haben“, sagen die Kulturwissenschaftler.

Die Szenen können junge Besucher auch nachspielen. „Dafür gibt es einen Sandkasten und Holzfiguren“, sagt Altmann. Den Kontakt zum Künstler hat der Pfarrer geknüpft: „Ich bin einfach vorbei gefahren“, erzählt er. Ihm selbst sei sofort klar gewesen, dass man die Welt, die de Kort malt, nachbauen müsse. „Man versteht Geschichte besser, wenn man sie erlebt.“ In die Bibelwelten können Besucher bis 19. Dezember eintauchen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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