Winterdienst: Kommunen im Bauna-Tal und Lieferant bereiten sich auf die kalte Jahreszeit vor

Schauenburg erweitert Salzlager

Zu viel gestreut: Rekordschneefälle im vergangenen Winter sorgten für Streugutengpässe. Schauenburgs Bauhofleiter Raimund Scholibo mit einer kleinen Restmenge Streusalz. Archivfoto: Herzog

Baunatal. Im vergangenen Winter machten klirrende Kälte und Rekordschneefälle den Winterdiensten stark zu schaffen und zwangen sie immer wieder zu Streueinsätzen. Das führte so weit, dass in den Kommunen das Salz knapp wurde.

In einigen – etwa in Schauenburg – waren die Vorräte sogar komplett aufgebraucht. In diesem Jahr soll alles anders werden. Deshalb treffen die Behörden Vorkehrungen. Schauenburg erweitert beispielsweise sein Salzlager.

„Im vergangenen Jahr wurden 230 Tonnen gestreut“, sagt Schauenburgs Bauhofleiter Raimund Scholibo. Das sind 20 Tonnen mehr als im Winter des Jahres 2008. „Wir haben jetzt 80 Tonnen Salz gelagert. Letztes Jahr hatten wir nur die Hälfte vorrätig“, sagt Scholibo. Außerdem will er auf ein Gemisch aus Salz und Splitt vertrauen, das bereits bei den Salzengpässen im vergangenen Winter die Griffigkeit auf den Straßen erhöht hat.

Baunatal: 360 Tonnen mehr

Auch in Baunatal wurde im Winter viel mehr Streusalz benötigt als in den Jahren zuvor. „Wir haben 792 Tonnen Streugut verbraucht“, sagt Roger Lutzi, Pressesprecher der Stadt Baunatal. Das sind über 360 Tonnen mehr, als die Stadt durchschnittlich in den Wintern der vergangenen zehn Jahre benötigt hat. Trotz der Schwierigkeiten kann sich Baunatal nicht anders auf den kommenden Winter vorbereiten, denn eine Vergrößerung des Salzlagers ist nicht möglich. „Mit einer Kapazität von 150 Tonnen ist unser Lager ausgeschöpft“, sagt Lutzi. Beliefert werden Baunatal und Schauenburg genauso wie die meisten Kommunen im Kreis von der Firma K+S. Bei der kam es wegen der hohen Streusalznachfrage im vergangenen Winter zu Lieferengpässen. „Üblicherweise halten wir 800 000 Tonnen Auftausalz vorrätig. Das sind über 30 000 Sattelzugladungen“, sagt Holger Bekemeier, Sprecher der European Salt Company, die als hundertprozentige Tochter der K+S für das europäische Salzgeschäft zuständig ist.

„Kunden lagern mehr ein“

Bei K+S weiß man, dass sich die Mehrheit der Behörden nun besonders auf den kommenden Winter vorbereitet. „Unsere Kunden lagern mehr ein als in den Jahren zuvor“, sagt Bekemeier. Der Frühbezug, also das Anfordern von Salz vom Sommerende bis Winteranfang, sei vergleichbar mit dem Winter 2005/2006. Gründe dafür sieht der Pressesprecher darin, dass in diesem Rekordwinter auch die Restbestände aus den Lagern aufgebraucht wurden.

„Der Winter war so untypisch, weil er flächendeckend, lang und kontinuierlich war. Da sind wir an unsere Grenzen gestoßen“, räumt Bekemeier ein. Das Unternehmen hat darauf reagiert. 120 zusätzliche Mitarbeiter wurden zur Steigerung der Förderung und Aufbereitung des Rohstoffsalzes eingestellt. „Zudem haben wir unseren Vorrat um 100 000 Tonnen aufgestockt.“

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Quelle: HNA

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