Ein Schiff im Wald: Für „Ben Hur“ wird eine Galeere gebaut

Muss in den Wald: Die Niederelsunger Galeeren-Bauer transportierten das römische Kriegsschiff für die Ben Hur-Aufführungen auf die Waldbühne. Foto: zih

Niederelsungen . Da staunten Vorbeifahrende und Spaziergänger nicht schlecht: Ein großes Schiff bewegte sich ganz ohne Wasser in Richtung des Niederelsunger Knechtenbergs.

Auf einen landwirtschaftlichen Anhänger montiert, wurde der Nachbau einer römischen Galeere zu seinem Bestimmungsort, der Waldbühne, gezogen. Dort wird er im Sommer eine wichtige Rolle in der Inszenierung von „Ben Hur“ spielen.

Den Winter über hatten die Akteure der Spielgemeinschaft eine Scheune zur Schiffswerft umfunktioniert, hämmerten dort, schweißten, schraubten und pinselten. Nach 250 Arbeitsstunden war der Bau zwar noch nicht vollendet, die Galeere aber doch soweit fertiggestellt, dass sie am vergangenen Samstag auf die Waldbühne gezogen werden konnte.

Der Bau - die Materialkosten werden mit 1400 Euro angegeben - war bisher Maßarbeit. Denn sowohl zwischen Bug als auch Heck des mächtigen Ruderschiffes war gerade einmal jeweils ein Zentimeter Luft zu den beiden Scheunentoren.

Millimeterarbeit: Durch das Eingangstor zur Freilichtbühne passte das Schiff erst, nachdem die Helfer Luft aus den Reifen des Transportanhängers gelassen hatten.

Hätten die Hobbybastler der Waldbühnen-Gemeinschaft die aufwändige Gallionsfigur zehn Millimeter höher gebaut, hätte die Galeere beim Abtransport nicht durch das Tor gepasst. Mit diesem Höhenproblem kämpften die Schiffsbauer, als sie das Modell mit einem Trecker auf die Waldbühne ziehen wollten: Das mit einer elektrischen Beleuchtung versehene hölzerne Eingangstor war zu niedrig für das Schiff. Aber die Elsinger wussten sich zu helfen. Sie ließen einfach die Luft aus den Anhängerreifen, die sie nach der Durchfahrt wieder aufpumpten.

Alle für zehn Minuten

Auf dem Gelände der Freilichtbühne wird das römische Kriegsschiff fertig gebaut, dafür sind noch einmal rund 150 Arbeitsstunden eingeplant - insgesamt also 400 Stunden für eine Spielszene, die nur etwa zehn Minuten dauert.

In „Ben Hur“ wird der Untergang dieser Galeere mittels einer eingebauten Hydraulik wirkungsvoll in Szene gesetzt. Das soll neben dem Kampfwagen-Rennen mit vierspännigen Quadrigas zu den optischen Höhepunkten des Theaterspektakels werden.

Premiere am 25. Juni

Die Geschichte des Christen und Aristokraten Judah Ben Hur spielt in der Zeit von der Geburt bis zur Kreuzigung Jesus. In dem Stück geht es um die damalige römische Besatzung des heutigen Heiligen Landes, die jüdische Familie Hur, die Männerfreundschaft zwischen Judah Ben Hur und dem römischen Soldaten Mesalle, viel Liebe, Glück, Hoffnung, Pathos und Macht. Waldbühnen-Premiere ist am 25. Juni.

Der Film Ben Hur von William Wyler, 1959 nach dem gleichnamigen Roman von Lew Wallace gedreht, bekam elf Oscars. (zih) Ben Hur, Waldbühne Niederelsungen, 25. Juni bis 3. September, Karten: 05606/2229 (donnerstags 19 bis 21 Uhr) oder online unter www.waldbuehne.niederelsungen.de

Quelle: HNA

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