Berater empfehlen außergerichtliche Einigungen

Schimmel ist häufig Grund für Mietstreit

Wolfhager Land. Wenn Mieter und Vermieter sich streiten, geht es oft um Schimmel. Nach Konflikten um Nebenkosten ist das der häufigste Grund für Auseinandersetzungen in diesem Verhältnis, sagt Rechtsanwalt Hubertus Alheid (Wolfhagen). Er berät Haus- und Grundeigentümer in juristischen Fragen.

Das Schwierige sei, dass in diesem Fall - wenn also Schimmel besteht - der eine es dem anderen in die Schuhe schiebe, so Alheid. „Die Ursachenforschung ist nicht einfach“, sagt der Rechtsanwalt. So sehe der Vermieter zumeist die Schuld beim Mieter und werfe diesem beispielsweise ein schlechtes Lüft- und Heizverhalten in den Wohnräumen vor. Umgekehrt argumentierten die Mieter häufig mit baulichen Mängeln am Gebäude.

Licht ins Dunkel bringe in diesem Fall oft nur ein Gutachter, meint der Wolfhager Anwalt. Was die Kosten betreffe, müssten diese von demjenigen bezahlt werden, der den Gutachter beauftragt hat, sagt Hubertus Alheid. So ist die Regelung außerhalb eines Verfahrens. Kommt es zum Verfahren, trägt der Schadenverursacher die Kosten für den Gutachter und letztlich auch die zur Schimmelbeseitigung.

Grundsätzlich hätten Mieter bei starken Beeinträchtigungen die Möglichkeit, die Miete zu mindern, sagt Rechtsanwältin Dagmar Neupärtl (Borken). Sie berät Mieter in juristischen Fragen im Auftrag des Deutschen Mieterbundes (DMB). Sei zum Beispiel bei einer Vier-Zimmer-Wohnung eines nicht bewohnbar, könne die Miete um 25 Prozent gekürzt werden.

Typische Reaktionen

Wenn der DMB Vermieter anschreibt, gibt es laut Neupärtl drei typische Reaktionen: 1. Der Vermieter sagt, der Mieter habe Schuld. 2. Der Vermieter lässt den Schaden beseitigen. 3. Keine Antwort.

Grundsätzlich raten beide Rechtsanwälte zu einer außergerichtlichen Einigung.

HINTERGRUND, ZUM TAGE

Von Vera Glass und Olaf Dellit

Quelle: HNA

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