Schimmelbefall: Dorfgemeinschaftshaus Niedervorschütz ist geschlossen

Ortsvorsteherin Isolde Winklhöfer im großen Saal des Niedervorschützer Dorfgemeinschaftshauses.

Niedervorschütz. Seit einem halben Jahr prangt an der Tür des Dorfgemeinschaftshauses in Niedervorschütz ein Schild: "Bis auf Weiteres geschlossen." Wann das Gebäude wieder genutzt werden kann, ist völlig unklar und das stellt die Bewohner des Felsberger Stadtteils vor Probleme.

"Das Dorfleben ist praktisch lahm gelegt", sagt Ortsvorsteherin Isolde Winklhöfer. "Das Dorfgemeinschaftshaus war doch unser einziger Treffpunkt."

Geschlossen wurde das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Ende Juni dieses Jahres, nachdem das Dach wegen Wassereinbruchs erneuert worden war. "Ein Bauamtsmitarbeiter hat dann Schimmel im Dach entdeckt", schildert Winklhöfer. "Wir hätten die schimmligen Stellen gern in Eigenleistung entfernt, aber das hat die Stadt wegen der gesundheitlichen Risiken nicht erlaubt."

Erst zwei Monate später, im September, entfernte eine Sanierungsfirma im Auftrag der Stadt die sichtbaren Schimmelschäden. Doch damit waren die Bauarbeiten nicht beendet: Inzwischen gibt es weitreichende Sanierungspläne für das DGH (siehe Das sagt der Bürgermeister). "Jetzt wird ein Fass nach dem anderen aufgemacht", kritisiert Winklhöfer. "Dabei hat die Stadt doch kein Geld ich finde, da sollte man sich aufs Nötigste beschränken."

Fast alle Vereine haben früher die Räume im DGH genutzt. Allein jetzt im Dezember hätten sechs Weihnachtsfeiern dort stattfinden sollen. Auch der Seniorennachmittag war im DGH geplant er ist in diesem Jahr ausgefallen. Schließlich finden im großen Saal 130 Menschen Platz einen vergleichbaren Raum zu finden ist schwierig.

Der Tischtennis-Verein hat keinen Trainingsraum mehr und muss nach Felsberg ausweichen, wo ihm Termine zugewiesen werden und das, obwohl im Niedervorschützer DGH erst vor zwei Jahren eine spezielle Beleuchtung für die Tischtennis-Spieler eingebaut wurde. Die Gymnastik-Gruppe trifft sich nun einmal pro Woche im DGH in Lohre. "Da machen wir Notgymnastik", sagt Winklhöfer, "weil es dort so beengt ist."

Zwar gibt es im DGH in Niedervorschütz noch einen einzigen kleinen Raum, der nach wie vor genutzt werden kann. Doch der Platz dort reicht bei weitem nicht aus, um etwa Sport zu treiben. Und dem Gesangsverein nutzt dieser Raum auch wenig, weil kein Klavier darin steht. Aus Sicht der Ortsvorsteherin ist dieser Zustand langfristig nicht tragbar. "Wir möchten eine Perspektive haben", sagt Winklhöfer.

Quelle: HNA

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