Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht droht

Schimmelpilz im Kindergarten: Eltern sind sauer auf Staatsanwältin

Betreuung ausgelagert: Kinder der Kindertagesstätte Arche Noah in Wettesingen (links) werden derzeit im Haus der Begegnung (im Hintergrund) betreut. Die Pläne zur Sanierung der Kindertagesstätte werden am 18. April offiziell vorgestellt. Foto:  Wüllner

Wettesingen. Das Thema Schimmelbefall im Wettesinger Kindergarten Arche Noah ist noch immer aktuell: Eltern wollen jetzt Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht einreichen.

Die grundlegende Sanierung der evangelischen Kindertagesstätte Wettesingen steht kurz vor der Realisierung. Dennoch klingt es wie eine unendliche Geschichte: Das Thema Feuchtigkeit und Schimmelbefall im Wettesinger Kindergarten Arche Noah ist noch immer aktuell. Jedenfalls für Andreas und Manuela Klatt. Zwar ist ihr Sohn mittlerweile schon Schulkind, aber trotzdem wollen sie dem Schimmelbefall auf den Grund gehen.

Erst recht, nachdem eine Oberstaatsanwältin nach Einstellung des Verfahrens darauf hinweist, „dass auch eine fahrlässige gegebenenfalls sogar eine bedingt vorsätzliche Körperverletzung durch die Eltern, die ihre Kinder in Kenntnis der Umstände weiter in den Kindergarten gebracht haben, zu prüfen gewesen wäre“. Dagegen wollen Klatts jetzt eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht einreichen.

„Das ist ja quasi wie eine Schuldzuweisung an die Eltern“, findet Andreas Klatt. Deshalb ist er auch so verärgert. Denn ihm war von Anfang an wichtig, dass die ganze Vorgehensweise lückenlos aufgeklärt wird. Erst die Eltern hätten doch auf das Schimmelproblem aufmerksam gemacht. „Mehr können wir hier nicht mehr tun“, sagte Andreas Klatt und „wir müssen aufgeben, weil viele zu feige sind, gegen die Kirche auszusagen.“

Und er ist sauer. Sauer, dass den Eltern der Schimmelpilzbefall offenbar lange Zeit verschwiegen wurde, sauer auch deshalb, weil nach einem Gutachten zwar feststehe, welche Gattung der Schimmelpilze im Kindergarten schlummern, aber nicht die Unterarten der Pilze.

Und genau diese brauchen Ärzte, um Diagnosen stellen beziehungsweise Untersuchungen veranlassen zu können. Denn nicht nur Klatts Sohn habe merkwürdige Symptome gezeigt, auch das Kind von Jessica Bach, Emil Krause, musste mit allergischem Asthma dreimal stationär ins Krankenhaus. Seine Erkrankung könnte zum Beispiel auf die Schimmelpilze zurückzuführen sein, glauben Klatts. Doch dazu müssten Ärzte erst mal wissen, welche Unterart von Schimmelpilz es ist.

Seit Jahren kämpfen die Klatts und andere Unterstützer gegen die Verantwortlichen, die nach Auffassung der Aktivisten die Gesundheit ihrer Kinder bewusst gefährdet haben. Gegen die langjährige Leiterin des Wettesinger Kindergartens hatte Klatt Anzeige wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung erstattet. Die Staatsanwaltschaft Kassel teilte dann aber mit, dass in dem Ermittlungsverfahren gegen die Kita-Leiterin wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung von der Verfolgung abgesehen werde.

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Quelle: HNA

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