Aggressiv durch Alkohol: Attacke von Jugendlichen nach der Sonnenwendfeier

Schläge auf dem Heimweg

Treysa. Zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung, Dauerarrest und gemeinnütziger Arbeit sind vor dem Treysaer Amtsgericht wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung drei Jugendliche aus dem Altkreis Ziegenhain verurteilt worden.

Den 19- und 20-Jährigen wurde zur Last gelegt, betrunken eine Gruppe von Leuten attackiert zu haben. Dabei wurde ein 45-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain verletzt. Seine 70-jährige Mutter erhielt einen Schlag ins Gesicht.

Der Vorfall ereignete sich im August vergangenen Jahres am Rande des Sonnenwendfeuers am Frielendorfer Silbersee.

Beim Verlassen der Feier war es auf einer Treppe nahe des Parkplatzes zu Schubsereien und Wortgefechten gekommen. Schließlich wurden die Jugendlichen handgreiflich. Die Angeklagten gaben zu, bereits vor Beginn der Veranstaltung gemeinsam Alkohol konsumiert zu haben. „Gegen 22 Uhr wollten wir dann nach Hause“, berichteten sie. Die Leute auf der Treppe seien ihnen zu langsam gegangen, sagte der 19-jährige Hauptverdächtige. Im betrunkenen Zustand habe er die Äußerungen der Zeugen als Beleidigungen aufgefasst. Die Situation sei eskaliert. Er gab zu, den Geschädigten geschlagen und getreten zu haben. Der Schlag gegen die 70-Jährige sei keine Absicht gewesen.

Bei Rangelei gewürgt

Bei der Rangelei sei er gewürgt worden, sagte der 20-Jährige. Er gab zu, den Mann ins Gesicht geschlagen zu haben. „Ich habe wirklich nur versucht, zu schlichten“, sagte der zweite 19-Jährige Der Geschädigte berichtete, seine Mutter habe ihn nach Hause fahren wollen, weil er angetrunken war. „Auf einmal packte mich jemand am Genick“, sagte er. Dann habe er einen Schlag bekommen. Er sei zu Boden gefallen und bewusstlos liegengeblieben. Der 45-Jährige trug Verletzungen an Kopf, Schulter, Ellbogen, Handgelenk und Knie davon.

Sie sei vom Hauptverdächtigen mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen worden, als sie ihrem Sohn helfen wollte, weil er weiter auf diesen einschlug, gab die Mutter des Geschädigten an. „Das war Absicht“, sagte die 70-Jährige.

Drei weitere Zeugen bestätigten die Aussagen des 45-Jährigen und seiner Mutter. Sie hatten beide zum Auto begleitet und waren mit in den Übergriff verwickelt worden.

Unter Berücksichtigung eines weiteren Urteils verurteilte das Gericht den vorbestraften 19-jährigen Hauptverdächtigen zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Die Strafe wurde zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt.

Gemeinnützige Arbeit

25 Stunden gemeinnützige Arbeit muss der nicht vorbestrafte zweite 19-Jährige leisten. Durch die Aussagen der Zeugen war nicht belegt worden, dass er tatsächlich handgreiflich geworden war.

Der 20-Jährige wurde zu einer Woche Dauerarrest verurteilt. Auch er musste sich bereits in der Vergangenheit vor Gericht verantworten. Gegen ihn ist ein weiteres Verfahren anhängig. Die Kosten des Verfahrens tragen die Angeklagten.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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