Zu einer Bewährungsstrafe verurteilt

Schläge und sexuelle Nötigung: 27-Jähriger aus Wetzlar stand vor Gericht

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Symbolbild Gericht

Treysa. Unter anderem wegen Körperverletzung und sexueller Nötigung musste sich ein 27-jähriger Berufskraftfahrer aus Wetzlar vor dem Schöffengericht in Schwalmstadt verantworten. 

Im Herbst 2015 hatte der Mann in Treysa versucht, seine Ex-Verlobte mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr zu zwingen. Der 27-Jährige wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Laut Anklageschrift ereigneten sich die Taten innerhalb weniger Tage. Beim ersten Vorfall drückte der Berufskraftfahrer demnach den Kopf der 24-jährigen Frau mit aller Kraft zusammen und hielt ihr den Mund zu. Hierbei verletzte sich das Opfer nach eigenen Angaben leicht. Gravierender gestaltete sich der nur eine Woche später erfolgte Angriff. Aus Eifersucht hatte der Mann seine Ex-Verlobte mehrfach ins Gesicht geschlagen, ihr die Kleidung ausgezogen und gegen den Willen der jungen Frau mit sexueller Gewalt gedroht. Dabei habe der Mann gesagt, er könne das machen, denn man werde der 24-Jährigen ja sowieso nicht glauben, so die Staatsanwaltschaft. Nur aufgrund der massiven Gegenwehr der jungen Frau kam es letztlich nicht zum Geschlechtsakt.

„Was sie mir da vorgeworfen hat, das stimmt nicht“, erklärte der Angeklagte. Es sei alles ganz harmlos gewesen. An beiden Tagen habe er lediglich den PC seiner Ex reparieren wollen, so der Mann: „Ich bin ein sehr sozialer Mensch.“ Damals sei seine Beziehung mit der 24-Jährigen bereits beendet gewesen, sagte der 27-Jährige: „Ich habe sie weder geschlagen, noch genötigt, noch versucht, sie zu vergewaltigen.“

Die Kratzer am Körper habe er sich bei der Arbeit im Rosenbeet zugezogen und die Wunde am Oberkörper sei keine Bisswunde gewesen, sondern hier habe ihn ein herunterfallender Ast getroffen, erklärte der Angeklagte.

"Sie erzählen uns einen vom Pferd"

Das sei doch alles erstunken und erlogen, sagte der Richter angesichts vieler Ungereimtheiten: „Sie sitzen hier und erzählen uns einen vom Pferd.“ Ganz im Gegensatz dazu die Aussage des 24-jährigen Opfers. Unter Tränen berichtete die junge Frau von ihrem Martyrium. Ihr Ex-Verlobter habe ihr damals vorgeworfen, dass sie fremd gehen würde, so die Zeugin: „Das hat sich alles so extrem hochgeschaukelt, dass er mir an die Gurgel gegangen ist.“ Bei der sexuellen Nötigung habe sie den 27-Jährigen angefleht, von ihr abzulassen: „Ich habe gesagt: Du bist doch nicht so einer, lass das doch.“

Nach der Tat fuhr der Angeklagte zum elterlichen Wohnhaus nach Wetzlar und legte sich seelenruhig ins Bett. Ihr seien sofort die Kratzer am Hals aufgefallen, schilderte eine damals mit dem Fall betraute Polizistin: „Die sahen nicht aus, wie die Kratzer einer Katze.“

In seinem Plädoyer zeigte sich der Staatsanwalt von der Schuld des Angeklagten überzeugt: „Das dies alles Zufälle gewesen sein sollen, klingt schon etwas komisch.“

Das Gericht verurteilte den 27-Jährigen schließlich zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, welche für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zusätzlich bekam der Mann ein Kontaktverbot zum Opfer auferlegt und muss 3600 Euro Geldbuße zahlen.

Quelle: HNA

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