Projektgruppe soll Konzept für friedenspädagogischen Lehrpfad überprüfen

„Schlag ins Gesicht für Beteiligte“

Bad Emstal. Mehrheitlich, mit den Stimmen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, stimmten die Gemeindevertreter Bad Emstals einem Änderungsantrag zum Friedenspädagogischen Lehrpfad zu. Darin wird gefordert, eine Projektgruppe zu bilden, die das Konzept für den Pfad überprüft. Das Ergebnis soll dann der Gemeindevertretung zur endgültigen Beschlussfassung vorgelegt werden.

Als einen „Schlag ins Gesicht für alle Beteiligten“ bezeichnete Bürgermeister Ralf Pfeiffer die Diskussionen um die Planung des Eco-Pfades. „Es ist bedauerlich: Schule, Museum und Ehrenamtliche waren bereits eingebunden“, sagte der Verwaltungschef. Das Ehrenamt werde durch den erneuten Antrag mit Füßen getreten. „Wir reden hier von 4000 Euro und über eine Sache, die inhaltlich bereits ausgearbeitet war“, sagte Pfeiffer. Auch die Bürgerliste Bad Emstals (BBE) zeigte sich empört: „Warum wird das Projekt seit geraumer Zeit blockiert?“, fragte Jörn Bochmann. Bereits zwei Mal habe der Ausschuss das Projekt einstimmig empfohlen. Das Vorgehen komme einer Verzögerungstaktik gleich. Bad Emstals Grünenchefin Elisabeth Theiß widersprach: „Wir beschließen das ja“, sagte sie. Man wolle nur, dass noch einmal „über die Planungen geschaut“ werde. Zudem sei das der normale Weg bei Eco-Pfaden und habe nichts mit Verzögerungen oder Warteschleifen zu tun.

Dass das Projekt eben nicht ausreichend vorbereitet sei, merkte SPD-Mitglied Stefan Frankfurth an. Daher bedürfe es einer weiteren Überarbeitung – ein Vorgehen, das bei Eco-Pfaden immer gehandhabt werde, stimmte Frankfurth seiner Vorrednerin zu.

Hintergrund des gemeinsamen Antrages ist, dass vonseiten der Grünen- und der SPD-Fraktion Kritik am bisherigen Umgang mit der Errichtung des Lehrpfades besteht. So sollte in einer Sitzung im August „anhand einer nicht lesbaren Powerpoint-Präsentation die Errichtung dieses Lehrpfades mal so nebenbei beschlossen werden“, sagte die Grünenchefin.

Auch ihre Fraktion spreche sich für die Errichtung des Pfades aus, doch es müsse sichergestellt sein, „dass bei der Aufarbeitung dieses schwierigen Teiles der Deutschen Geschichte mit viel Fingerspitzengefühl vorgegangen wird“, sagte Elisabeth Theiß. Daher sei es wichtig, dass sich bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung all jene einbrächten, die sich in der Gemeinde bereits seit Jahrzehnten mit dieser Thematik beschäftigten. Der bisherige Umgang einiger Beteiligten mit diesem Projekt lasse das notwendige Maß an Verantwortung und Professionalität missen, sagte Theiß abschließend. HINTERGRUND

Von Vera Glass

Quelle: HNA

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