Schlagabtausch der Wolfhager Bürgermeisterkandidaten

Im Fokus der Leser: Amtsinhaber Reinhard Schaake (2. von rechts) und Herausforderer Carsten Röhl stellten sich zwei Stunden lang den Fragen der Redakteure Axel Welch (rechts) und Norbert Müller (links) sowie der HNA-Leser. Fotos: Hofmeister

Wolfhagen. Mehr als 400 Wolfhager wollten es in der vollbesetzten Kulturhalle beim HNA-Lesertreff am Dienstagabend wissen: Wie wollen Bürgermeister Reinhard Schaake (parteilos) und Kandidat Carsten Röhl (unabhängig) die Geschicke der Stadt in den kommenden Jahren lenken.

Die Moderatoren des Abends, die Redakteure Axel Welch und Norbert Müller, schlugen bei der Themenauswahl einen Bogen von den Leerständen in der Stadt, dem Schuldenabbau bis zur wirtschaftlichen Entwicklung und der Energiepolitik.

In der Diskussion lieferten sich die Kontrahenten zum Teil einen heftigen Schlagabtausch. Beispiel Schuldenstand: Schaake zeigte sich bei dem Thema gelassen. Die Stadt habe mit der Erschließung des Hiddeser Feldes und der Energiepolitik auf das richtige Pferd gesetzt. Die Stadt würde sich in den nächsten Jahren konsolidieren.

Carsten Röhl schätzt die Finanzlage der Stadt wesentlich dramatischer ein. Aus seiner Sicht ist zuviel investiert worden, die Stadt habe aus der Substanz gelebt. Die Ausdehnung des Gewerbegebietes sei eine Fehlinvestition.

Immer wieder warf Röhl Schaake vor, dass dieser keinen „Masterplan“ habe. Auf die Frage von Axel Welch, wie Röhl mit den Schulden der Stadt umgehen wolle, antwortete dieser: „Da muss ich erstmal einen Kassensturz machen.“

Auch das Thema Sanierung der Bruchwiesen erhitzte die Gemüter. 1,8 Millionen Euro kostet die Sanierung. Die Stadt erhalte dafür einen 80-prozentigen Zuschuss, sagte Schaake, „ganz sicher“. „Stimmt nicht“, so Röhl. Es sei viel weniger.

Unterschiedliche Aussagen auch bei der Familienpolitik. Carsten Röhl will für eine umfassende Kleinkind-Betreuung sorgen. Wolfhagen habe die umfangreichste im Landkreis Kassel, konterte Schaake. „Und die wollen wir noch ausbauen.“

Volle Kulturhalle: Das Aufeinandertreffen der Bürgermeisterkandidaten stieß auf großes Interesse.

Klare Positionierung der beiden beim Thema Energiepolitik: Röhl ist gegen den Rödeser Berg als Windkraftstandort, Schaake dafür. Röhl mokierte, dass bei diesem Thema tiefe Gräben entstanden seien. Er schlug als Alternative die Pommernanlage oder das Hiddeser Feld vor. Da die Bürger am Erfolg des Windparks beteiligt werden sollen, müsse der Standort optimal sein, so Schaake. Schon vor Japan habe die Stadt die Weichen für einen Ausstieg aus der Atomenergie gestellt.

„Was für Überraschungen erwartet die Bürger nach der Wahl“?, fragte das Moderatoren-Team. „Nichts, wir haben schon jetzt Gebühren und Gewerbesteuer erhöht“, erklärte Schaake. „Da will ich ihnen nichts versprechen. Die wirtschaftliche Entwicklung könnte zu weiteren Defiziten führen“, sagte Röhl.

Quelle: HNA

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