Schlaganfall mit 15: Operation rettete Teenager

Felsberg. Die 17-jährige Alexandra Engler hat seit ein paar Wochen nicht nur Schmetterlinge im Bauch. Seit knapp zwei Jahren hat sie auch ein Schirmchen im Herzen.

Das Schirmchen schließt das 2,5 Millimeter große Loch in ihrem Herzen und soll der Schlaganfallpatientin das Leben retten.

Das Schirmchen, das ihr in einer Operation im Krankenhaus in Schwalmstadt vor zwei Jahren eingesetzt wurde, wurde über die Leiste mit einem dünnen Schlauch zum Herzen geführt. "Anfangs konnte ich die Operation am Bildschirm mit verfolgen, dann brauchte ich doch eine Vollnarkose."

Alexandra Engler ist eine optimistische Fachoberschülerin, deren Lieblingsfach Englisch ist. Ihr Berufsziel: Erzieherin. Sie arbeitet ehrenamtlich im Evangelischen Jugendzentrum Felsberg und Gensungen und will ihr Leben genießen. Seit kurzem hat sie auch einen festen Freund.

Dass sie mit 15 Jahren ihren ersten Schlaganfall hatte und sich nun wieder Symptome wie Taubheitsgefühl einschlichen, davon lässt sie sich beirren. "Mit 15 Jahren hat man bei mir festgestellt, dass ich ein Loch im Herzen habe." In der Familie nichts Ungewöhnliches, darunter litt auch ihr Bruder Stephan (23 Jahre). Und er hatte mit 17 Jahren seinen ersten Schlaganfall, an dem er fast gestorben wäre.

"Als ich zum ersten Mal Taubheitsgefühle in den Beinen, im rechten Arm und im Gesicht bei mir bemerkte, mir das Reden schwer viel und ich Flimmern vor den Augen hatte, hatte ich große Angst zu sterben", sagt Alexandra.

Ende Juli dieses Jahres hatte Alexandra Engler plötzlich wieder Anzeichen eines Schlaganfalls. "Ich saß vor dem Notebook, als ich das Flimmern bemerkte." Zum Glück kam Mutter Angelika rechtzeitig nach Hause, um Hilfe zu organisieren. "Ich erinnere mich nur noch, dass ich total erschrocken war, als ich mit Sirene weggebracht wurde", sagt die Felsbergerin. In der Kinderklinik in Kassel hat man herausgefunden, dass ihre linke Herzkammer nicht richtig schlägt. Um die Ursache zu ergründen, stehen ihr noch viele Untersuchungen bevor. In ihrem Portemonnaie hat sie stets einen Ausweis für Endokarditis-Prophylaxe und blutverdünnende Tabletten. Doch die Zwölft-Klässlerin lässt sich nicht unterkriegen. "Ich bin kein wehleidiger Mensch. Ich gehe feiern und liebe Spielabende." Aber man braucht Freunde und Familie, sonst würde man das nicht schaffen, sagt sie.

Und Freunde hat sie, wie Vanessa Schmidt. Die beiden gehen gemeinsam durch dick und dünn. "Klar fiebere ich mit Alexandra mit, wenn ich weiß, dass sie wieder was hat am Herz", sagt Vanessa. Doch zurzeit quälen die beiden andere Probleme: Matheklausuren. Da heißt es pauken, pauken, pauken.

Von Christina Grenzebach

Quelle: HNA

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