Vorsätzliche Körperverletzung: Sechs Monate ohne Bewährung

Fritzlar. Sechs Monate Freiheitsstrafe ohne Bewährung wegen vorsätzlicher Körperverletzung, so lautet das Urteil des Amtsgerichts Fritzlar gegen einen 57 Jahre alten Sozialhilfeempfänger aus dem Schwalm-Eder-Kreis.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Verurteilte im Juli vergangenen Jahres einen Mitarbeiter der Arbeitsförderung Schwalm-Eder (ARGE) in Homberg ins Gesicht geschlagen hat. Dabei erlitt er Prellungen am rechten Jochbein.

Scheck nicht quittiert

Voraus gegangen war die Übergabe des Arbeitslosengeldes für den Vormonat in Form eines Schecks. Den Erhalt quittierte der Angeklagte nicht. Daraufhin wollte der 30-jährige ARGE-Mitarbeiter den Scheck zurückhaben. Er ging dem Mann nach und versuchte ihn festzuhalten. Dieser drehte sich um und schlug dem Angestellten ins Gesicht. Über den Ablauf der Rangelei im Wartebereich der ARGE, bei der die Kontrahenten auf die Treppe stürzten und sich der Angeklagte eine Rippe brach, gab es unterschiedliche Versionen.

Weil keine unmittelbaren Zeugen vorhanden waren, stand Aussage gegen Aussage. Zwei Zeugen bestätigten nur, dass sie gesehen hätten, wie die beiden Männer mit ihren Oberkörpern im Bereich der unteren Treppenstufen lagen und miteinander rangen.

In seinem Plädoyer sagte der Staatsanwalt, dass er der Aussage des geschädigten Mitarbeiters der ARGE glaube. Körperliche Übergriffe auf Beamte oder Angestellte einer Behörde würden nicht hingenommen. Eine spürbare Strafe sei erforderlich. Er beantragte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung wegen vorsätzlicher Körperverletzung.

Zweifel an der Schuld

Der Verteidiger sagte, dass er ernsthafte Zweifel an der Schuld seines Mandanten habe. Nach dem Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ plädierte er auf Freispruch.

Die Richterin schloss sich den Ausführungen des Staatsanwaltes an. Sie unterstrich, dass es Argumente mit den Fäusten nicht geben dürfe. Eine Bewährungsstrafe komme nicht in Frage, weil sich der Angeklagte uneinsichtig zeigte. Auch wäre künftig kein richtiges Verhalten von ihm zu erwarten. Daher würden wichtige Voraussetzungen für eine Bewährung fehlen.

Quelle: HNA

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