Eintracht-Mitglieder erinnern sich an Kreisschwimmmeisterschaft in den 50er Jahren

Schlammsprung statt Sieg

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Begeisterte Schwimmer: Als die Eintracht Felsberg in den 50er Jahren Titel um Titel gewann, waren Dieter Clobes (rechts) und Karl-Heinz Pekrul noch Kinder.

Felsberg. Schon Ende der 50er Jahre hatten die Schwimmer der Felsberger Eintracht einen guten Namen in der Region. „Wir haben ganz viele Titel abgesahnt”, erinnert sich Karl-Heinz Pekrul, Jahrgang 1950. „Wir waren stark.”

Die Eröffnung des Felsberger Schwimmbads im Juli 1956 trug dazu bei, dass viele Kinder schwimmen lernten. Und schon wenige Jahre später fuhr man zu Wettkämpfen, unter anderem nach Spangenberg und nach Melsungen. In der ehemaligen Kreisstadt gab es damals nur ein Flussbad in der Fulda.

Karl-Heinz Pekrul erinnert sich noch gut: Gerhard Knothe war Titelverteidiger in 50 Meter Kraulen. Bei den Kreismeisterschaften in Melsungen teilte man ihm die äußere Uferbahn zu.

„Der Startsprung endete im Schlamm”, weiß Pekrul noch heute. „Wer die äußerste Bahn hatte, hatte schon verloren – weil da keine Strömung war. Andere waren schneller. Sie schwammen mit der Strömung.”

Ähnlich trübe wie das Fullewasser war damals auch das Wasser im Spangenberger Bad, erzählt Dieter Clobes, „Das Wasser kam aus der Pfieffe, und man musste aufpassen, dass man nicht gegen die Wand schwamm.”

Gern erzählen Clobes und Pekrul, wie man damals zu den Wettkämpfen fuhr – ein besonderes Erlebnis. Karl Wehrhahn brachte einen Lastwagen der Nordhessischen Haarwarenfabrik Heinz-Günther Jünemann mit. Wehrhahn, der bei Jünemanns Kaufmann gelernt hatte, war begeisterter Tischtennisspieler und Schwimmer.

Er war damals auch Mitbegründer der Wasserballer, die sich gern im Felsberger Bad tummelten. Gern stellte sein Chef einen 7,5-Tonner zur Verfügung, wenn es zu Wettkämpfen ging. Karl-Heinz Pekrul, dessen Vater ebenfalls bei Jünemanns arbeitete: „Wir stellten fünf der weißen Schwimmbadbänke auf die Ladefläche – die passten genau drauf.” Und ab ging der Bade-Wettkampf-Express mit bis zu 20 Jugendlichen. Mit zu den erfolgreichen Schwimmern, so erinnert sich Pekrul, gehörten damals auch Doris Wagner, Lieselotte Rößler, Gudrun Belz, Friedhelm Kuhnt und und Christian Pippert.

Quelle: HNA

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