Brief an die GNH

Schließung der Geburtshilfe in Wolfhagen: Aktionsbündnis stellt sich vor

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Sie vertreten das Aktionsbündnis „Widerstand im Wolfhager Land: von links (vorne) Karl-Heinz Schubert, Vera Wenzel, Ann Fuchs-Hanske, (hinten) Dieter Schrader, Wolfgang Hanske und Volker Schäfer. Auf dem Bild fehlt Heiko Weiershäuser.

Wolfhager Land. Sie verteilten Flyer und malten Transparente. Sie kreierten einen „Geburtshilfe-Song" und demonstrierten vor der Kreisklinik sowie dem GNH-Verwaltungsgebäude: Die Mitglieder des Aktionsbündnisses „Widerstand im Wolfhager Land".

Sie wollen nicht aufgeben im Kampf gegen die Schließung der Geburtshilfestation des Krankenhauses am Ofenberg.

Bisher hatten sich die Verantwortlichen im Hintergrund gehalten, nun gehen sie aber auch hier in die Offensive und stellen sich der Öffentlichkeit vor.

Die Motoren des Bündnisses sind Pfarrer Wolfgang Hanske und seine Frau, Anne Fuchs-Hanske, Vera Wenzel (DRK), Heiko Weiershäuser (SPD), Dieter Schrader (Verein zur Förderung der Dorfentwicklung Istha), Volker Schäfer (Leiter Gymnasialzweig der WFS) und Karl-Heinz Schubert (Sonnenapotheke).

Der Brief an die GNH als Pdf-Dokument

Doch die Protagonisten betonen, dass es nicht um sie, sondern um die Sache geht. Gesagt - getan: Am Mittwoch wird den Mitgliedern des Aufsichtsrates der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) ein Brief (siehe Anhang) zugehen, in dem das Bündnis fordert, die Geburtshilfestation zum 1. April 2014 wiederzueröffnen. Weiter heißt es unter anderem, dass die Schließung aus vielen Gründen nicht hingenommen werden könne:

• Infrastrukturelle Aspekte; wie das Wegbrechen einer (weiteren) wichtigen Versorgungseinrichtung nach Wegfall zahlreicher Einrichtungen (Amtsgericht, Katasteramt, Kaserne)

• Versorgungsaspekte; Längere und risikoreichere Anfahrtswege für Schwangere, die bisherige hohe Qualität in der Geburtshilfe geht verloren beziehungsweise wird ignoriert.

Auslöser der Schließung ist aus Sicht des Bündnisses die „inakzeptable Positonierung der Geschäftsführung der GNH“, die neuen Leitlinien würden als willkommener Anlass für eine Radikalkur genutzt, ein schlüssiges Marketingkonzept fehle, es gehe der GNH nur um betriebswirtschaftliche und haftunsgrechtliche Aspekte.

Als nächster Schritt sollen Vertreter der Bundes- und Landespolitik zu Gesprächen aufgefordert werden, zu denen wieder die Unterstützung der Menschen aus dem Wolfhager Land ausdrücklich erwünscht ist. Der erste Gesprächstermin ist am Mittwoch, 25. Februar ab 19 Uhr im Alten Rathaus vorgesehen. Eine Petition an den Bundestag ist ebenso in Vorbereitung wie die Gründung einer Bürgerstiftung zugunsten der Geburtshilfe und Hebammen.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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