Thermalbad in der Krise: Sanierung und Umbau wird bis zu sechs Millionen kosten

Bad Emstaler Thermalbad: Schließung ist keine Lösung

Bad Emstal. Es ist in die Jahre gekommen, das Bad Emstaler Thermalbad. Saniert wurde in der Vergangenheit den Erfordernissen entsprechend nur partiell. Jetzt - mit der gutachterlichen Feststellung, dass die Standfestigkeit im Beckenbereich nicht mehr auf Dauer gewährleistet ist - muss zwingend eine Entscheidung getroffen werden:

Soll die Gemeinde das Bad aufgeben, für die Sicherheit der Besucher nur die so genannte Betonsanierung veranlassen oder viel Geld in eine umfassende Sanierung mit gleichzeitiger Modernisierung investieren?

Die Schließung des Mineral-Thermalbades scheint die schlechteste Lösung zu sein. Diese Tendenz war an den Aussagen von Experten, Fraktionsvorsitzenden, Gemeindevorstand und den Bürgern in der gut besuchten Bürgerversammlung am Dienstagabend abzulesen. Deutlich machte die negativen Auswirkungen einer Schließung vor allem Rainer Kowald, früher Geschäftsführer des hessischen Heilbäderverbands und seit 2009 Geschäftsführer der Weser-Therme in Bad Karlshafen.

Die gesamte Gemeinde werde leiden, denn die Wirtschaftskraft sinke, Arbeitsplätze gingen verloren - insbesondere in Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel. Das Prädikat Heilbad sei in Gefahr, es drohe die Rückstufung auf Heilquellenkurbetrieb, neben der damit verbundenen Reduzierung oder gar dem Wegfall möglicher Fördermöglichkeiten bringe der Verlust der Prädikatisierung erhebliche Wettbewerbsnachteile.

Und der Fachmann warnte: Bei einer Schließung müssten weiterhin rund 40 Prozent der derzeitigen laufenden Kosten - Strom, Wasser, Versicherungen, Wartung - gezahlt werden. Schließlich könne das Bad nicht dem Erdboden gleichgemacht werden.

Attraktiver müsse das Bad werden, das wünschten sich die Bürger, kritisierten gleichzeitig, dass sie keine Kenntnis von konkreten Vorstellungen seitens der Gemeinde hätten. Und sie fragten nach Kosten für eine zukunftsfähige Modernisierung und den Möglichkeiten der Finanzierung. Hier trafen sie den Knackpunkt: Bad Emstal hat kein Geld, keinen genehmigten Haushalt und keine Landeszuschüsse in Aussicht. Nicht einmal einen Planungsauftrag darf die Gemeinde nach Auskunft von Bürgermeister Ralf Pfeiffer zurzeit vergeben.

Bei der Kostenberechnung kann man sich nur auf Schätzungen stützen. Die vorrangige und bestandssichernde Betonsanierung wird mit Nebenkosten etwa zwei Millionen Euro kosten. Will man zusätzlich modernisieren und umbauen - zeitgleich oder nachfolgend zur Betonsanierung - wären insgesamt sechs Millionen Euro aufzubringen. Auf diese Summe kommen unabhängig voneinander drei Büros, die der Gemeinde Vorschläge erarbeitet haben - kostenfrei, wie Pfeiffer betonte.

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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