Homberger Jugendliche finden keine Gründe, warum sie ihre Schule hassen sollten

So schlimm ist es gar nicht

+
Freistunde im Pausenraum: Nadine Junker, Laura Mandt, Samuel Metz und Erich Tiel (13. Klasse, von links) bestätigen die Anti-Schulthesen von Viviane Cismak nicht.

Homberg. Homberger Schüler hassen ihre Schule nicht. Das ergab eine stichprobenartige Umfrage unserer Zeitung an der Theodor-Heuss-Schule (THS). Hintergrund ist das provokante Buch „Schulfrust - 10 Dinge, die ich an der Schule hasse“ der 19-jährigen Viviane Cismak.

Sie rechnet in ihren Thesen mit dem Schulsystem und den Lehrern ab.

So schreibt sie, dass sich gute Leistungen in der Schule nicht lohnten, sondern Lehrer Noten nur nach Sympathie vergeben würden.

Der 19-jährige Wladimir Haak sieht dies anders: „Wenn der Schüler nichts tut, dann wird es auch nichts mit guten Noten.“ Die Leistung hängt vom einzelnen Schüler ab, da sind sich die 13-Klässler einig. „Manche Lehrer bewerten subjektiv“, sagt die 18-jährige Laura Mandt aus Salzberg (Hersfeld-Rotenburg). „Wenn Schüler einmal ihren Ruf weg haben, dann ist es schwer von der Note wieder herunterzukommen“, glaubt der 19-jährige Samuel Metz. Lehrer würden ihren Beruf nicht ernst nehmen, behauptet Autorin Cismak weiter, und es mangele ihnen an Elan. Das sehen die THSler anders. „Besonders die jungen Lehrer haben innovative Ideen und nutzen neue Medien“, sagt Samuel Metz aus Knüllwald. Dieser Meinung ist auch Laura Mandt: „Die jungen Lehrer geben sich mehr Mühe.“ Die angehenden Abiturienten stellen ihre Lehrer in ein gutes Licht. So betont der 18-jährige Stefan Grenzebach, dass aktuelle Themen wie die Revolution in Libyen den Lehrplan abwechslungsreicher gestalten würden.

Viviane Cismak vertritt in ihrem Buch die Ansicht, dass Schule nur noch eine Aufbewahrungsstätte sei. „Besonders in der Oberstufe ist jeder für sich selbst verantwortlich“, findet dagegen Erich Tiel aus Homberg.

Samuel Metz fügt hinzu: „Unsere Schule bietet Projekte, die Begabungen fördern“ und verweist auf Praktikumplätze im Ausland, die die Schule vermittelt.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare