Schloss Spangenberg: Land will Einigung mit den Pächtern

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Gut gelaunt trotz verschobener Eröffnung: Pächterin Silvana Gattschau und ihr Mann Arno halten am Pachtvertrag fest. Mit im Bild ihr Hund Tiifu, ein Rhodesian Ridgeback. Unser Bild entstand im Juli, kurz nach dem Sturm.

Spangenberg. Finanzminister Thomas Schäfer hat eine Anfrage eines Abgeordneten beantwortet. Dabei ging es um den verschobenen Eröffnungstermin des Spangenberger Schlosses.

Die Immobilie ist im Eigentum des Landes Hessen.

Mit einer „Kleinen Anfrage“ können Abgeordnete von der Landesregierung Auskunft über bestimmte Angelegenheiten verlangen, die nicht nur von örtlichem Interesse sind. In diesem Fall hat die Anfrage der Abgeordnete Günter Rudolph (SPD) gestellt.

Silvana Gattschau hat das Schloss ab Juni 2016 gepachtet. Vereinbart war, dass sie als Pächterin die Zimmer für den Hotelbetrieb umbaut. Individuell gestaltete Hotelzimmer inklusive Bäder sind seit Wochen fertig. Betriebsstart war für Sommer 2016 geplant. Im Juli beschädigte ein Sturm das Dach. Das Hessische Immobilienmanagement gab ein Gutachten in Auftrag, das bescheinigte, dass das Dach komplett saniert werden muss. Dadurch verzögert sich die Eröffnung bis 2017.

Günter Rudolph wollte in seiner Kleinen Anfrage vom Minister unter anderem wissen, warum nicht bereits während des fünfjährigen Schloss-Leerstands ein Gutachten erstellt wurde? Und welche Konsequenzen die Landesregierung daraus zieht? Und ob Schadensersatzforderungen geltend gemacht werden?

Vor dem Sturmschaden habe es keinen Anlass für ein Gutachten gegeben, „zumal aufgrund der hohen Kosten von baufachlichen Gutachten diese nur anlassbezogen in Auftrag gegeben werden“, antwortet Finanzminister Schäfer. Aufgrund des Sturmschadens sei das Land seinen Sicherungspflichten „unmittelbar und vollumfänglich nachgekommen“, Geld sei bereits freigegeben, „um schnellstmöglich mit der Sanierung beginnen zu können.“ Finanzielle Nachteile für den Pächter aufgrund des verschobenen Eröffnungstermins seien noch unklar. „Es besteht jedoch Einvernehmen mit den Pächtern, sich über vorliegende finanzielle Folgen zu verständigen.“

Arno Gattschau, Ehemann der Pächterin, teilte auf HNA-Anfrage mit: „Es gab schon eine ganze Menge Buchungen." Für die Zeit ab Sommer 2016 waren bereits Verträge mit Musikern geschlossen: für Klavier und Gitarrenabende sowie ein Weihnachtskonzert. Die mussten nun storniert werden. Es gab auch gebuchte Hochzeitsfeiern. „Ein Paar hat aber seine Feier nun auf 2017 verschoben, um auf dem Spangenberger Schloss zu feiern.“

Leeres Hotel im Schloss Spangenberg

Quelle: HNA

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