Ausstellung zur 350-jährigen Geschichte der Schlosskirche in Ziegenhain

Das Gotteshaus steht im Mittelpunkt

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Ausstellung in der Schlosskirche: von links Dekan Christian Wachter, Pfarrer Ingo Fulda, Ingrid Michel und Lutz Klapp. 

Ziegenhain. Am späten Sonntagvormittag eröffnete Pfarrer Ingo Fulda die Ausstellung zur 350-jährigen Geschichte der Schlosskirche. „Der Festausschuss hat die Bilder bei Privatpersonen aufgespürt und die Texte erstellt“, sagte der Pfarrer.

Die Ausstellung

Die zum Teil sehr kleinen historischen Aufnahmen habe der mehrfach prämierte Fotograf Lutz Klapp eingescannt, digital bearbeitet und mit seinem professionellen Drucker in Großformat ausgedruckt, so Fulda. Rund 50 großformatige Fotos schmücken derzeit den Altarraum und geben einen Einblick in die Geschichte des Gotteshauses. In einer Skizze von 1776 ist zu erkennen, dass die Schlosskirche ursprünglich nur mit einem kleinen Glockenturm ausgestattet war, in der nur eine Glocke hing.

Die Geschichte

„Der Landgraf hat darauf geachtet, dass die Kirche nicht höher als sein Schloss war“, sagte Dekan Christian Wachter. Erst beim Umbau 1926 sei die würfelförmige Glockenstube mit einer Stahlkonstruktion unter dem kleinen Dachreiter eingebaut worden. Die Einweihung der Schlosskirche fand am 30. August 1667 in Anwesenheit der Regentin Hedwig Sophie statt. Landgraf Wilhelm VI. (23. Mai 1629 bis 16. Juli 1663) hatte noch vor seinem Tod den Abriss der alten gotischen Kirche und den Neubau der neuen Kirche entschieden.

Er bestimmte, die neue Kirche nicht wie die alte eher mittig auf dem Paradeplatz zu bauen, sondern sie in die Häuserreihe zwischen Dekanat und Festung einzufügen. „Diese Entscheidung ist ein Hinweis, wie sich das Verständnis von Kirche in der damaligen Zeit änderte“, sagte Christian Wachter.

Das Gebäude

Der Innenraum der Kirche veränderte sich in den vergangenen 350 Jahren immer wieder. „Die Kanzel stand vermutlich anfangs eher an der Seite“, so der Dekan. „Ursprünglich war die Kirche eine klassisch reformierte, es gab keinen Chorraum, alle Fenster waren einheitlich und für jeden Besucher, egal ob Bischof oder einfaches Kirchenmitglied, gab es einen Sitzplatz“, erklärte Christian Wachter. Erst im Zuge der preußischen Union seien zum Beispiel die großen Fenster Richtung Osten gegen Schmuckfenster ausgetauscht worden.

Broschüre und Kalender

Zusätzlich zur Ausstellung hat Ingrid Michel eine kleine Broschüre und einen Ausstellungskatalog erstellt, die sich mit der Geschichte der Schlosskirche beschäftigen.

Zum Festgottesdienst am 27. August erscheint ein Kalender mit den schönsten Motiven. Die Ausstellung kann in den nächsten Wochen täglich besucht werden.

Quelle: HNA

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