Allein 160 Euro Einsatzpauschale

Rechnung über 400 Euro: Schlüsseldienst nutzte Notlage einer Hombergerin aus

Homberg. Eine Rechnung von mehr als 400 Euro für das Öffnen einer Tür: Die soll eine 35-jährige Hombergerin zahlen, die sich ausgeschlossen hatte.

Allein knapp 160 Euro berechnete der Schlüsseldienst, der angeblich aus dem Homberger Stadtteil Caßdorf kommt, als Einsatzpauschale. Obwohl sie den Dienst an einem Wochentag zu einer normalen Uhrzeit rief. Als sie sagte, sie könne nicht in Bar zahlen, habe der Monteur sie sogar unter Druck gesetzt.

„Ich war in Gedanken, die Kinder mussten in die Schule und schon war die Tür zu“, erzählt sie. Als sie im Internet nach Schlüsseldiensten suchte, habe sie einen Anbieter aus Caßdorf entdeckt. Frühestens in 40 Minuten hätte ein Monteur bei ihr sein können, sagt die Hombergerin. „Nach 60 Minuten war aber immer noch niemand da, und ich wurde am Telefon von einem zum anderen gereicht.“

Als endlich ein Monteur kam, sei es so spät gewesen, dass die 35-Jährige ihre Kinder schon wieder von der Schule hätte abholen müssen. „Ich stand unter Druck.“ Deshalb habe sie bei allem zugestimmt. Auch wenn es ihr merkwürdig vorgekommen sei, dass eine zugefallene Tür mit Fachwerkzeug nicht aufzubekommen sei. Dass jede Arbeit extra berechnet wurde, sei ihr nicht bewusst gewesen.

„Der Monteur sagte, die Öffnung kostet etwa 150 Euro“, sagt sie. Dabei wurde das Schloss zerstört und ein neues eingesetzt – für 105 Euro.

Bei Ausstellung der Rechnung soll der Monteur gesagt haben, seine Firma akzeptiere nur Barzahlungen. Auch auf der Rechnung, die der HNA vorliegt, können Kunden nur zwischen Barzahlung und Zahlung mit EC-Karte wählen. Das Geld hatte die Frau nicht bei sich. Das habe sie sich leihen müssen, um eine Anzahlung zu leisten. Die habe der Monteur nur widerwillig akzeptiert, sagt sie. „Es war mein Fehler, dass ich die Rechnung unterschrieben habe“, sagt die 35-Jährige.

Bei der Internetsuche nach diesem Schlüsseldienst wird zwar ein Unternehmen aus Caßdorf angegeben. Auf der Rechnung hat der Schlüsseldienst seinen Firmensitz aber in Essen. Direkt unter der angegebenen Adresse ist dieser Schlüsseldienst in Essen aber nicht zu finden. Auch die angegebene Telefonnummer kann über das Festnetz nicht angerufen werden, sondern nur mit dem Mobiltelefon. Der Hombergerin sei nach dem Vorfall gesagt worden, kein Monteur der Firma sei vor Ort gewesen. Danach war für sie niemand mehr ansprechbar. Diese Erfahrung hat auch die HNA gemacht: Der angebliche Schlüsseldienst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. 

Quelle: HNA

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