Mann schlug mit der Bierflasche zu: Ein Jahr Haft auf Bewährung

Fritzlar. Zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr hat das Amtsgericht Fritzlar einen 58 Jahre alten Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Der Staatsanwalt warf dem Angeklagten vor, dass er im Oktober 2010 eine damals 45-jährige, befreundete Frau in deren Wohnung in Homberg mit einer Bierflasche auf den Kopf und gegen den Oberkörper geschlagen habe. Die Frau habe dadurch das Bewusstsein verloren und eine Kopfplatzwunde sowie ein Schädelhirntrauma erlitten.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich so etwas getan habe. Aber wenn Zeugen diesen Sachverhalt bestätigen, muss es wohl so gewesen sein. Ich kriege nichts mehr zusammen“, sagte der Angeklagte.

Der Mann wusste immerhin noch, dass er gemeinsam mit dem Opfer im Zeitraum von Freitag- bis Sonntagabend fünf Flaschen Weinbrand getrunken hatte.

Er habe erst bei der Vernehmung durch die Polizei von der Tat erfahren und davon, dass die Frau im Krankenhaus liege. Der Verteidiger berichtete für seinen Mandanten, dass es bereits einen Zivilprozess gab.

Der Angeklagte und das Opfer hätten sich auf ein Schmerzensgeld von 2500 Euro geeinigt. Seit November 2011 zahle der 58-Jährige monatlich 20 Euro an die Frau.

Der Verteidiger wies darauf hin, dass die Rückrechnung der Blutalkoholkonzentration bei dem Angeklagten für die Tatzeit Werte zwischen 1,40 und 2,85 Promille ergeben haben.

Deshalb komme eine verminderte Schuldfähigkeit in Betracht. Die geschädigte, heute 46 Jahre alte Frau sagte bei ihrer Vernehmung zunächst: „Ich war so besoffen und kann mich nicht daran erinnern, was damals los war.“

Kurze Zeit später schien ihre Erinnerung wieder einzusetzen, denn sie erklärte der Richterin, dass der Angeklagte mit einer Bierflasche in der Hand in das Haus gekommen sei.

Zwei Tage im Krankenhaus

Er habe sie und ihre Kinder beschimpft und sie plötzlich mit der Flasche auf den Kopf geschlagen. Zwei Tage habe sie im Krankenhaus gelegen.

Die Richterin und die Verfahrensbeteiligten verzichteten auf die Vernehmung von weiteren Zeugen. Die Richterin machte deutlich, dass sich der Angeklagte strafrechtlich verantworten müsse.

Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung und eine Bewährungszeit von vier Jahren. Die verminderte Schuldfähigkeit habe er dabei berücksichtigt.

Das beantragte Strafmaß setzte die Richterin in ihrem Urteil um. Der Verurteilte trägt die Kosten des Verfahrens und der Nebenklage. Ihm wurde auferlegt, das Schmerzensgeld aus dem Zivilverfahren nach besten Kräften zu bezahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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