Steinbruch Kirschenwald bei Schorbach schließt – Basaltvorkommen erschöpft

Bitte weiterfahren: Am Steinbruch Kirschenwald wird Ende des Jahres kein Basalt mehr abgebaut. Es werden nur noch die Lagerbestände verkauft. Foto: Feser

Schorbach. Ende des Jahres ist Schluss: Am Steinbruch Kirschenwald bei Schorbach steht der Vorbrecher still. Der Grund: Das Basaltgestein-Vorkommen ist erschöpft.

Für neun Mitarbeiter bedeutet dies künftig einen längeren Weg zum Arbeitsplatz. Sie werden an anderen Steinbruch-Standorten zwischen Kassel und Bad Hersfeld beschäftigt, teilte Stefan Rüppel, Niederlassungsleiter der Hartsteinwerke Bayern-Mitteldeutschland (HBM), mit.

Die HBM, eine Tochter der Basalt AG, betreibt seit zwei Jahren als Produktionsgesellschaft den Steinbruch Kirschenwald. Zuletzt waren zehn Mitarbeiter dort beschäftigt. Ein Mitarbeiter wird entlassen.

Verkauf der Lagerbestände

Drei der Mitarbeiter werden noch einige Zeit am Kirschenwald arbeiten: Sie verkaufen die restlichen Lagerbestände des Steinbruchs.

Seit 1954 werden dort im Auftrag der Basalt AG Gesteine für Straßenbaustoffe abgebaut: Gemische für den Unterbau sowie Splitte für Beton- und Asphaltmischwerke. Das waren nach Angaben von Stefan Rüppel zwischen 200 000 und 250 000 Tonnen pro Jahr. Jetzt gibt es dort nur noch Gestein minderer Qualität. Es ist weich und mit Erde durchzogen, so dass es nicht wirtschaftlich und damit zum Verkauf ungeeignet ist, teilte Niederlassungsleiter Rüppel weiter mit.

Die Folge: Es wird nicht mehr gesprengt, und Steine werden nicht mehr aus dem Hang gebrochen. Und: Es fährt weniger Schwerlastverkehr durch Schorbach, um auf dem kürzesten Weg zur Bundesstraße 454 zu kommen. Und das bedeutet wiederum weniger Lärm für die Anwohner.

Bis zu 80 Lastwagen bretterten bislang durch Schorbach. Voll beladen fuhren sie bergab ins Dorf hinein – meist viel zu schnell in der 30er-Zone. Beschwerden gab es aber nur wenige, sagte der frühere Ortsvorsteher Jörg Weber: „Die Schorbacher sind mit dem Schwerlastverkehr des Steinbruchs groß geworden.“ Dennoch hatte die Durchgangsstraße unter dem Schwerlastverkehr gelitten: Dort gibt’s Löcher und Risse. Bürgermeister Norbert Miltz bedauert die künftig fehlenden Arbeitsplätze in der Gemeinde: Schließlich sei Ottrau nicht reich mit Arbeitsplätzen gesegnet. Das spüre die Gemeinde dann auch an der Gewerbesteuer, deren Einnahmen künftig noch geringer ausfallen werden.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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