Sport ist gesund: Helmut Brandau machte bis heute bei über 500 Volksläufen mit

Dem Schmerz weggerannt

Helmut Brandau in seinem Treppenhaus: Hier hängen 200 Volkslaufstartnummern, tatsächlich ist er mehr als 500 Mal an den Start gegangen. Foto: M. Koch

Fritzlar. Mit einem Arztbesuch änderte sich Helmut Brandaus Leben. Eines, das ihn auf 28 Jahre mit vielen Volksläufen zurückblicken lässt: Auf Medaillen, Sportabzeichen und hunderte Volkslaufstartnummern, die er sich aufgehoben hat.

In seinem alten Haus in Fritzlar, dass der 72-Jährige nun verkauft, um zu seiner Lebensgefährtin nach Borken zu ziehen, hängen all seine Erinnerungen an die erfolgreichen Tage der Vergangenheit. Das Treppenhaus ist tapeziert mit Startnummern, die übrigen Wände sind mit Urkunden und Fotos geschmückt.

„Durch das Laufen blieb mir eine schwierige Operation erspart.“

Helmut Brandau

Im Jahr 1976, als Brandau 38 Jahre alt war, hatte er starke Rückenschmerzen. Deshalb riet ihm der Arzt dazu, regelmäßig Sport zu treiben. Ab da ging er jeden Montag zum Turnen in die Aeltere Casseler Turngemeinschaft. „Dort habe ich viele nette Bekanntschaften gemacht“, erzählt Brandau. Und dort wurde er auch gefragt, ob er nicht Lust hätte, regelmäßig laufen zu gehen.

Seinen ersten großen Volkslauf startete er in Großalmerode im Jahr 1982. Ab da war er nicht mehr zu halten. Bis Ende der 1980er Jahre steigerte er sich auf 50 bis 60 Läufe pro Jahr. Seinen ersten Marathon lief er im Alter von 50 Jahren in Frankfurt. „Ich startete ganz hinten bei den Anfängern, aber dann holte ich auf und schaffte den Lauf mit einer Zeit von drei Stunden, dreiunddreißig Minuten und einundfünfzig Sekunden“, berichtet er stolz.

25 Mal erhielt er das goldene Sportabzeichen und wurde 1984 Zweitbester bei einem großen Lauf auf dem Nürburgring. 200 seiner Startnummern besitzt er noch. „Ich habe erst später angefangen zu sammeln, ich habe eigentlich über 500 Läufe mitgemacht“, sagt Brandau.

Heute trainiert er weniger

Er trainierte meist drei bis vier Mal die Woche zwischen fünf und fünfzehn Kilometern. Heute geht das leider nicht mehr, was Brandau sehr bedauert. Mit seinen 72 Jahren hat er das Laufen jedoch noch nicht ganz aufgegeben. In diesem Jahr werden es noch drei Läufe sein.

Brandau ist stolz, weil er so spät mit dem Laufen angefangen und dennoch so viel erreicht habe. Und er sei ein gutes Beispiel dafür, wie gesund Sport ist. „Durch das Laufen blieb mir eine schwierige Operation erspart.“ Seine Lebenseinstellung „Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft!“, gibt er auch gerne weiter. Und solange ihn seine Füße tragen, wird er nicht stehen bleiben.

Von Miriam Koch

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare