Überfall am Neuenhainer See: Kevin S. muss zahlen

10.000 Euro Schmerzensgeld nach Neonazi-Attacke

Schwalm-Eder. Der Rechtsextremist Kevin S. zahlt insgesamt 10.000 Euro Schmerzensgeld an die Opfer der Attacke am Neuenhainer See. Ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Kassel bestätigte auf Anfrage der HNA die Familie der beiden Opfer.

Damit ist aus Sicht der Familie zumindest juristisch die Neonazi-Attacke, die damals bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte, abgeschlossen.

Der Rechtsextremist Kevin S. hatte zusammen mit Kumpanen im Sommer 2008 ein Zeltlager der Linksjugend überfallen. Mit einer leeren Bierflasche und einem Klappspaten bewaffnet war er in das Zelt eines damals 13 Jahre alten Mädchens und ihres 23-jährigen Stiefbruders eingedrungen. Kevin S. schlug auf die beiden ein.

Schwere Verletzungen

Das Mädchen erlitt schwere Kopfverletzungen. Zuvor hatte der Täter mit seinen Freunden zwei Autos demoliert. Kevin S. war damals Mitglied der „Freien Kräfte Schwalm-Eder“. Nach eigenem Bekunden hat er sich mittlerweile von der rechten Szene gelöst.

Strafrechtlich ist der Fall für Kevin S. bereits abgeschlossen. 2009 wurde er als Haupttäter der Neonazi-Attacke zu zwei Jahren und drei Monaten Jugendstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung verurteilt. Seine Kumpanen kassierten wegen der demolierten Autos Geld- und Bewährungsstrafen. Zum Tatzeitpunkt war Kevin S. 19 Jahre alt. Er sei intelligent, aber sittlich unreif befand damals das Gericht.

Haftstrafe abgesessen

An das Mädchen zahlt Kevin S. nach Angaben der Familie der beiden Opfer 8000 Euro, der Stiefbruder soll 2000 Euro erhalten.

Seine Haftstrafe hat Kevin S. inzwischen abgesessen. Nach Informationen der HNA lebt er inzwischen im Vogelsbergkreis.

Quelle: HNA

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