CDU schmiedet Pläne für attraktiveres Freizeitgelände

Spangenberg. Sportplatzgaststätte weg, dafür ein größeres Angebot im Freibad-Kiosk, nebenan ein Hüttendorf mit einem Dutzend Holzhäusern - die Spangenberger CDU hat unkonventionelle Ideen für das Freizeitgelände. Die will sie als Ideensammlung verstanden wissen und wirft ihre Vorschläge in die Diskussion um die Zukunft von Freibad, Campingplatz, und Gaststätte.

Die Hoffnung dahinter: Dass in der Diskussion mit Bürgern, Vereinen und Politikern Vorschläge entstehen, die bisher noch niemand gedacht hat und mit denen ein kreatives Konzept für einen Neuanfang entwickelt werden kann. Fraktionsvorsitzender Jochen Ellrich hofft auf viele unkonventionelle Ideen. Was der CDU eingefallen ist, das veröffentlicht sie in diesen Tagen auf ihrer Internetseite.

So modern wie der ganz neue Netz-Auftritt könnte nach Meinung der Christdemokraten auch das Sportgelände an der Jahnstraße werden. Der dortige Campingplatz wirkt nicht nur zur kalten Jahreszeit verschlafen, und beim Besuch der Sportplatz-Gaststätte fühlen sich die Gäste in die Sechziger- und Siebzigerjahre zurückversetzt.

Immerhin bemüht sich der Verein Pro Aqua seit mehreren Sommern mit kreativen Aktionen um mehr Leben im Liebenbach-Freibad, das mit über 80 Jahren das älteste im Kreisteil Melsungen ist. Auch die Stadt hat eingesehen, dass hier etwas passieren muss. Seit Jahren diskutieren die Parlamentarier vor Aufstellung des Haushaltsplanes über die Zukunft des Freibades.

Ein Planungsbüro wurde mit der Entwicklung eines neuen Konzepts fürs Freizeitgelände beauftragt. Ein Arbeitskreis aus Einheimischen sollte die Fachleute begleiten. Die haben ihre Arbeit zwar vor kurzem begonnen, der Arbeitskreis hat aber bisher noch nicht getagt.

Nun ist die CDU vorgeprescht. Ihre vielleicht für manchen geradezu provokativen Gedanken sieht CDU-Stadtverbandsvorsitzender Peter Scheben bewusst als Aufforderung zum Mitdiskutieren. Denn eines sei klar: Ein neues Konzept müsse sich rechnen. Die arme Stadt könne nicht viel investieren, deshalb will die CDU Partner ins Boot holen.

„Wir sind uns bewusst, dass ein solches Projekt eine große organisatorische wie finanzielle Herausforderung bedeuten würde“, sagt Scheben. Als Wermutstropfen müssten die Spangenberger Vereine sich unter Umständen mit einer eingeschränkten Nutzung der Sportstätten an der Jahnstraße arrangieren.

Die Vorschläge der CDU zum Freizeitgelände:

• Die Camper könnten mit ihren Wohnwagen auf neu angelegte Terrassen oberhalb des Liebenbach-Bades umziehen, dann wäre neben dem Sportplatz nicht nur Raum für ein Dutzend Holzhäuser, sondern auch für einen Skaterplatz oder andere moderne Sportarten wie Rollhockey.

• Ein Waldseilgarten mit Seilbahn, ein Matschspielplatz, Möglichkeiten zum Bogenschießen, eine Sommerrodelbahn rechts der Straße Richtung Landefeld in der so genannten Hasenlücke und eine aufgestaute Pfieffe als Wasserspielplatz könnten zu Vergnügungen in der Natur einladen.

• Brotbacken wie früher, das Kinderkino im Hotel Stöhr, Fahrradführerschein oder Sicherheitstraining für Kinder und Sportabzeichen-Erwerb in einer Woche oder Floßfahrten und Paddeln auf der Fulda und Führungen im Jagdmuseum sowie der Kunstwanderweg Ars Natura könnten im Umfeld die Angebote auf dem Freizeitgelände ergänzen.

Als Zielgruppen stellt sich die CDU Sportvereine und Konfirmandengruppen vor, Familien, die zu günstigen Preisen vermehrt in Deutschland Urlaub machen, Kindergruppen aus Ballungsgebieten, die in Spangenberg ihre Ferienlager verbringen oder Sportler, die hier ins Trainingscamp gehen.

Verpflegt werden könnten sie von heimischen Fleischereien, der Awo oder Hephata. Das alles könnte die Gesellschaft für Marketing, Innovation und Touristik (MIT) organisieren. Neben ehrenamtlichen Helfern brauche die sicher auch fest angestellte Kräfte, meinen die Christdemokraten um Peter Scheben. „Sicherlich sind in diesem Bereich eine ganze Reihe von Teilzeitstellen zu schaffen“, heißt es in dem CDU-Papier. (and)

Quelle: HNA

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