Unbekannte Graffiti-Sprayer verewigten sich an zahlreichen Wänden und Plätzen in Dörnberg

Schmierereien machen Scherereien

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Säuberung mit Spezialreiniger: Dieter Schäfer, Vorarbeiter des Bauhofs Habichtswald, hat bereits mit der Entfernung des Graffitis an einem der Bushäuschen begonnen. Foto: Pflug

Dörnberg. Ist das Kunst oder kann das weg? – Graffiti-Künstler bemühen sich schon lange, aus der Schmuddelecke herauszukommen. Und manche ihrer Werke, wie beispielsweise die des Künstlers Banksy, sind Millionen wert. Mit Kunst haben die Schmierereien, die verschiedene Wände in Dörnberg verunstalten, allerdings wenig zu tun.

Bei der zuständigen Polizeidienststelle Wolfhagen gingen mehrere Anzeigen ein. Wie die Polizei mitteilte, sind in der gesamten Ortslage Graffitis aufgetaucht. Diese sind hauptsächlich in Blau und zeigen häufig den Schriftzug „SHUK“. Ein solcher Schriftzug ist im Graffiti-Jargon ein sogenannter Tag, eine Art Signaturkürzel.

Die Unbekannten wählten leicht zugängliche Flächen für ihre „Kunstwerke“. Unter anderem wurden laut Polizei das Bushäuschen, das Sportlerheim, eine Wand der Grundschule und landwirtschaftliche Gebäude sowie mehrere Strom- und Verteilerkästen beschmiert. Die Polizei hat daher ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet. Wie hoch der Schaden insgesamt ist, stehe noch nicht fest. Pressesprecher Andreas Turski schätzt den Sachschaden auf 3000 Euro.

Besondere Aufmerksamkeit haben die Sprayer den Wahlplakaten der CDU gewidmet, sagt Peter Schnegelsberg, Vorstandsmitglied des Gemeindeverbandes CDU. So seien das Großplakat am Ortseingang besprüht und die kleineren Plakate abgerissen worden. Die Plakate anderer Parteien hätten hingegen keinen Schaden davongetragen. „Die Vermutung liegt nahe, dass das die selben Leute waren“, sagt Schnegelsberg.

Alexander Großmann, Leiter des Bauhofs Habichtswald, ärgert sich sehr über die Schmierereien, für deren Entfernung an öffentlichen Plätzen die Mitarbeiter zuständig sind: „Es ist einfach ein Riesenaufwand für uns. Die Spezialputzmittel sind sehr teuer und der Personalaufwand hoch. Wir rechnen mit einer vierstelligen Summe.“ Da die Mittel erst bestellt werden müssten und man sich mitten in der Grünschnittsaison befinde, könnten viele Graffiti auch nicht sofort entfernt werden, „wenn sie sich überhaupt noch entfernen lassen.“ (ypm)

Die Polizei bittet um Hinweise unter 05692/ 98290.

Quelle: HNA

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