Sanierung des Morschener Bahnhofs soll Mitte September beendet sein

Roter Backstein: Von außen präsentiert sich der Bahnhof Altmorschen in Ziegelrot, ganz so wie zu Zeiten seiner Erbauung. Innen ist es ein hochmodernes Gebäude mit Schulungsräumen für B. Braun. Foto:  Müller-Neumann

Morschen. Dicke helle Fassadenfarbe war gestern, heute trägt der Bahnhof Morschen Ziegelrot – eine Farbe, die ihm ausgesprochen gut steht. Somit zeigt sich das Mauerwerk wieder so wie einst zu Kaisers Zeiten und hat den Status von 1914.

Hatten sich die unterschiedlich roten Backsteine etwa 40 Jahre lang hinter einer dicken Farbschicht versteckt, die mit Sand abgestrahlt werden musste, so warteten die aufwändigsten Arbeiten jedoch im Inneren des Gebäudes aus dem Jahr 1848.

Hausschwamm

In den vielen Jahren, in denen das Bahnhofsgebäude verwaist war, hatte sich der Gemeine Hausschwamm ausgebreitet. Das hieß, erklärt der Kasseler Architekt Ulf Möller: Alle Holzteile mussten entfernt werden. Fenster, Türen, Treppen und Decken wurden ausgebaut.

Der Innenputz musste abgetragen werden, ebenso die äußere Farbschicht. Allein das Sandstrahlen habe acht Wochen gedauert. Dann musste alles gereinigt und neu verfugt werden.

Wie ein hohler Zahn: So sah das Bahnhofsgebäude während der Innensanierung aus. Foto:  Architekturbüro Möller

Neben den roten Backsteinen fallen die neuen Eichenfenster auf, die oben in einen Halbkreis münden. Dessen Sprossen sind so angeordnet wie die Speichen der Räder einer Dampflokomotive. Die Mauerbögen darüber verstärken den optischen Effekt. „Für damals war das ein Hightech-Bau“, erklärt Möller. Und dafür diente eben eine Dampflok als Vorbild. Das ganz Gebäude, das die Firma B. Braun Melsungen im Jahr 2009 ersteigerte, wird von einem Aluminiumdach bedeckt. Die grüne Farbe ist der Patina von Kupfer nachempfunden.

Fit für die nächsten 100 Jahre

Auch innen wird das Haus „fit gemacht für die nächsten 100 Jahre“, so Möller. Da eine Dämmung von außen nicht möglich war, wurde innen mit Kalziumsilikatplatten gedämmt. Fußbodenheizung und Estrich liegen, die Gasheizung läuft.

Die Schulungsräume erhalten einen Schallschutz. „Wir sind kurz vor der Fertigstellung“, sagt der Architekt nach der zwölfmonatigen Sanierung über das Gebäude, das B. Braun ab Mitte September für Weiterbildung nutzen wird.

So werde es im Erdgeschoss ein Intensivzimmer geben, in dem medizinisches Personal mithilfe von Dummys auf die Aufgaben in einer Intensivstation trainiert werden soll. Da Mediziner hin und wieder auch mit elektrischen Geräten hantieren müssen, wurden im Fußboden Kupferdrähte verlegt.

Quelle: HNA

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