Schnäppchen oder Sicherheit?

Der Gebrauchtwagenhandel und damit auch die Preise ziehen langsam an. Das Kraftfahrtbundesamt verzeichnete bis Februar einen Zuwachs von zwei Prozent bei den Umschreibungen gegenüber dem Vorjahr.

Der Autohändler vor Ort hat ein großes Interesse daran, Neukunden in seinem Einzugsbereich zu gewinnen. Mit einem guten Wagen kann er Kunden langfristig binden und zudem Werkstattaufträge generieren. Eine gute Adresse also für den Gebrauchtkauf.

Beim Kauf von Privat gelten andere Regeln: Autos sollten niemals allein angeschaut werden. Am besten sollten Gebrauchtwagenkäufer einen Fachmann mitnehmen. Als erstes sollte man die Fahrgestellnummer mit den Fahrzeugpapieren vergleichen. Das zeugt von Sachverstand und erzeugt Respekt.

Ehrliche Verkäufer sorgen für klare Verhältnisse. Zu den Kontrollpunkten gehört zunächst die Außenhaut – am besten bei gutem Wetter und unter freiem Himmel – niemals bei Regen. Um Korrosions-Schäden zu entlarven, sollte man vor allem die Kotflügel, die Kanten und Falze an den Türen, die Türschweller, die Bodenbleche im Innenraum – dazu Teppiche oder Matten hochheben –, die oberen Aufhängungen der Federbeine und auch den Unterboden ins Visier nehmen. Zudem zeigt ein Blick auf die Spaltmaße von Türen, Kofferraumklappe und Motorhaube ob der Wagen schon einen Schaden gehabt hat. Sind die Spalte unterschiedlich breit, hat das Auto mit großer Wahrscheinlichkeit einen Unfall gehabt.

Während der Probefahrt sollte für Ruhe gesorgt werden. Beleuchtung, Scheibenwischer, Heizungs- und Lüftungsanlage sowie alle Hebel und Instrumente am Armaturenbrett sollte man kurz prüfen. Die Kupplung muss ohne Ruckeln und Durchrutschen ihren Dienst tun, die Handbremse fest arretieren und die Fußbremse gleichmäßig und kräftig zupacken. Die Gänge sollten sich ohne Hakeleien und kratzende Geräusche einlegen lassen. Das Lenkrad darf nicht flattern und das Bremspedal nicht pulsieren. Dazu sollte mehrmals hintereinander eine Bremsprobe durchgeführt werden. Unbedingt sollten alle Extras wie Klimaanlage, Schiebedach und Co. geprüft werden – hier lauern im Zweifelsfall teure Reparaturen.

Laufleistung überprüfen

Stark verschlissene Pedalgummis, Lenkrad oder Türgriffe geben meist einen Hinweis auf eine hohe Laufleistung. Ob der Kilometerstand stimmt, ergibt sich auch aus dem Serviceheft. Die Vertragsangabe „abgelesener Kilometer-Stand laut Tacho“ sagt nichts über die Gesamtfahrleistung aus. Besser ist da schon: „Gesamtfahrleistung entspricht dem Kilometer-Stand laut Tacho“.

Versierte Käufer sollten sich zudem die Technik genauer anschauen. Im Motorraum zählen der Zustand der Schläuche und der Stand der Flüssigkeiten bei Öl, Kühlmittel, Bremse, Servolenkung und Batterie – alles Gradmesser für Pflege und Wartung. Weißer Schaum am Öldeckel oder Ölmessstab deuten auf einen Defekt der Zylinderkopfdichtung hin. Ebenfalls sollte ein Blick auf die Reifen geworfen werden. Ein unregelmäßig abgefahrenes Profil kann auf Schäden am Fahrwerk hindeuten. Risse und Schrammen in den Felgen zeugen von Randstein-Treffern – ebenfalls dem Fahrwerk nicht zuträglich.

Wer beim Gebrauchtwagenkauf auf Nummer sicher gehen will, kann sich fachkundig unterstützen lassen. Die meisten Prüforganisationen bieten einen entsprechenden Check an. Die Fachleute untersuchen das Auto und fertigen dann einen umfassenden Prüfbericht an. (ampnet/deg)

Quelle: HNA

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