Der Schnapszahljäger aus Melsungen

Melsungen. Rolf Brämer ist der Schnapszahljäger. Sein jüngster Erfolg ist die vierfache 12. Die prangt in Form eines Poststempels auf einem Brief, den er an sich selbst adressiert hat. Dabei stehen die ersten drei Zwölfen für das Datum und die letzte für die Uhrzeit.

Denn wenn ein Brief bis 12 Uhr aufgegeben wird, bekommt er den entsprechenden Hinweis. Danach gibt’s die 18. „Das stammt noch aus der Zeit, als die Briefkästen nur um 12 und um 18 Uhr geleert worden“, sagt Brämer.

Das i-Tüpfelchen sei aber der Postleitzahlverweis 34212 Melsungen. Den gebe es eigentlich nicht mehr, sagt Brämer. Dort steht sonst der Verweis auf das Briefverteilzentrum. Ein Bekannter bei der Post hat ihm diesen Stempel ermöglicht.

Rolf Brämer ist in Melsungen für seine Leidenschaft zum Sammeln bekannt. „Angefangen hat die Begeisterung für mein Hobby im Alter von 14 Jahren“, sagt Brämer. Seitdem sammelt er vieles: Seine Schubladen sind mit Euro-Münzen und Autogrammkarten von bekannten Musikern, Sportlern und Politikern gefüllt. Kaum eine Euro-Münze ist nicht in seinem Besitz – 300 sind es insgesamt.

Den Brief mit dem ungewöhnlichen Stempel auf dem Briefumschlag wollte er unbedingt. Den vorbereiteten Briefumschlag gab er am Mittwoch seinem Bekannten in der Postfiliale. Und zack, eine Sekunde später ist aus dem schnöden Brief ein Sammlerstück geworden. Brämer freut sich: „Üblicherweise hat man ja keinen Einfluss auf die Uhrzeit.“ Für den besonderen Aufdruck auf dem Poststempel ist er seinem Bekannten daher dankbar.

Für den Schnapszahlenjäger ist kein Umstand zu viel: Seit vielen Jahren schickt er sich immer zu den besonderen Tagen selbstgeschriebene Briefe. Selbstverständlich auch mit den Datumsangaben: 11.11.11, 7.7.2007 und 3.3.2003.

Von Lars Becker und Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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