Felder werden jetzt rasant geleert

Schnelle Ernte schockt die Wildtiere - Tiere verlieren die Deckung

Schwalm-Eder. Die Ernte macht dem Wild schwer zu schaffen: Die Landschaft verändere sich durch den Einsatz moderner großer Maschinen binnen weniger Tage so rasant, dass das Niederwild quasi einen Ernteschock erleide, sagt Kreisjagdberater Werner Wittich.

Der radikale Umbruch beraube Rehe, Rebhühner und Hasen schlagartig der dichten Deckung und üppigen Nahrung, die sie bis dahin in den Feldern hatten. „Das Wild findet in der ausgeräumten Landschaft oft keinen Unterschlupf und ballt sich an den wenigen Hecken und Feldgehölzen zusammen“, sagt Wittich.

Die Folge: Vor allem die Jungtiere, die nichts anderes als den bisherigen Lebensraum in den Feldern kannten, seien damit verstärkt Feinden wie Greifvögeln und Füchsen, aber auch der Konkurrenz aus den eigenen Reihen ausgesetzt. „Der geschrumpfte Lebensraum drängt die Tiere massiv zusammen,“ sagt Wittich, der auch Vizepräsident des Landesjagdverbandes Hessen ist.

Das Phänomen wiederhole sich in jedem Sommer, dringe aber kaum ins gesellschaftliche Bewusstsein - eben nur dann, wenn sich die Zahl der Wildunfälle erhöhe.

Früher habe das Abernten der Felder viele Tage gedauert, heute mähten moderne Maschinen in wenigen Stunden zwei Hektar Getreide, sagt Wittich. Noch dazu würden die Stoppelfelder heute noch wesentlich schneller umgeackert und nicht selten auch gleich mit Gülle befahren.

Auch Dr. Klaus Lambrecht von der Naturlandstiftung im Landkreis beklagt die sinkende Zahl der Feldgehölze. Hecken und Haine seien in den vergangenen Jahren deutlich reduziert worden.

Stefan Strube vom Kreisbauernverband sieht das anders: Es gebe nach wie vor genügend Rückzugsmöglichkeiten fürs Wild, zudem ernteten die Landwirte nicht überall gleichzeitig die Felder ab.

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Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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